Claudia Neumann

Wohnen für alle: Trierer Fachtagung diskutiert Zukunft des sozialen Wohnens

Trier. 80 Experten aus ganz Deutschland trafen sich im Bürgerhaus Trier-Nord – im Mittelpunkt: bezahlbarer Wohnraum und soziale Quartiersentwicklung

Organisatoren und Veranstalter (von links): Janina Frankowski (Geschäftsführerin Bürgerhaus Trier-Nord), Herbert Schacherer (geschäftsführender Vorstand WOGEBE), Heiner Schneider (Aufsichtsratsvorsitzender WOGEBE), Prof. Dr. Sabine Bollig (Universität Trier, Sozialpädagogik), JProf. Dr. Michael Mießner (Universität Trier, Wirtschaftsgeographie).

Organisatoren und Veranstalter (von links): Janina Frankowski (Geschäftsführerin Bürgerhaus Trier-Nord), Herbert Schacherer (geschäftsführender Vorstand WOGEBE), Heiner Schneider (Aufsichtsratsvorsitzender WOGEBE), Prof. Dr. Sabine Bollig (Universität Trier, Sozialpädagogik), JProf. Dr. Michael Mießner (Universität Trier, Wirtschaftsgeographie).

Bild: ANNA

Die Wohnungsgenossenschaft WOGEBE und die Universität Trier hatten gemeinsam mit dem Wohnbund zu einer bundesweiten Fachtagung eingeladen – und der Zuspruch war groß: Am 24. April füllten 80 Teilnehmer das Bürgerhaus Trier-Nord, zur Hälfte aus der Region, zur anderen Hälfte aus ganz Deutschland.

Leuchtturmprojekt und aktuelle Herausforderungen

Die Idee zur Tagung war auf Anregung von Prof. Dr. Susanne Elsen, Gründungsmitglied der WOGEBE, entstanden. Gemeinsam mit Prof. Dr. Sabine Bollig und Juniorprofessor Dr. Michael Miessner von der Universität Trier wurde daraus eine Veranstaltung mit Plenarvorträgen und vier Expertenforen. Im Mittelpunkt standen die zentralen Herausforderungen der gemeinwohlorientierten Wohnungswirtschaft: die Folgen der Finanzialisierung des Wohnens, die Rolle genossenschaftlicher Arbeit, Gemeinwesenarbeit in sogenannten sozialen Brennpunkten sowie die Frage, wie Wohnen wieder bezahlbar werden kann.

Prof. Dr. Susanne Elsen und WOGEBE-Vertreter Herbert Schacherer stellten vor, wie die Genossenschaft seit 35 Jahren in einem früheren sozialen Brennpunkt in Trier-Nord eine positive Quartiersentwicklung bewirkt – und damit bundesweit als Leuchtturmprojekt gilt.

Lebhafte Debatten, volles Haus

Alle Teilnehmerplätze waren belegt, die Diskussionen in den Foren teils ausgesprochen kontrovers. Unter den Anwesenden befanden sich Vertreter aus Wissenschaft, Wohnungswirtschaft und Trägern der Quartiersentwicklung. Für WOGEBE und Bürgerhaus Trier-Nord bestätigte die Tagung die Bedeutung ihrer langjährigen Zusammenarbeit – und die bis heute wirksamen Impulse, die die Universität Trier vor über vier Jahrzehnten zur Gründung beider Einrichtungen beitrug.

Nicht dabei sein konnte Prof. Dr. Heinz A. Ries, der sich einst maßgeblich für die Gründung des Bürgerhauses und später der WOGEBE eingesetzt hatte und dafür unter anderem 1996 mit dem Ehrenbrief der Stadt Trier ausgezeichnet wurde. Sein hohes Lebensalter ließ eine Teilnahme nicht mehr zu.