

Die Lage bei den Friseuren ist prekär. Ihre Sorge wächst angesichts der Äußerungen von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, der Lockdown könnte über den 14. Februar hinaus verlängert werden. Friseurmeister Guido Wirtz aus Körperich will daher mit neun weiteren Kollegen klagen, um für alle Friseure die Öfffnung der Salons ab dem 15. Februar zu erreichen. Zunächst würde ein Urteil, dass den Klagenden Recht gibt, allerdings nur für den einzelnen Friseur gelten. Für das gesamte Friseurhandwerk geht es um bedrohte Existenzen und brachliegende Ausbildungen, zumindest, was die praxisnahe Lehre im Salonalltag angeht. Und nicht zuletzt werde mit jedem weiteren Tag der Schließung die Schwarzarbeit gefördert, heißt es in der Begründung der Kläger, die eine flächendeckende Öffnung für ihr Handwerk erreichen wollen. Friseurmeister Guido Wirtz, der auch Vorsitzender Landesinnungsmeister des Landesverbands Friseure & Kosmetik Rheinland ist, beklagt, dass die schlechte Situation noch durch unfaires Verhalten von Kollegen verschärft werde: »Es wird auf die heimische Küche ausgewichen und dort gibt es in der Schattenwirtschaft weder Mindestabstände noch Masken oder Kontaktdaten-Dokumentation. Eine gut gemeinte Idee, die verheerende Folgen hat.«
Blickt er auf Luxemburg, wird ihm erst recht bange: »Unsere Kunden wissen sich nicht zu helfen und pilgern reihenweise über die Grenze. Hier dürfen Salons arbeiten, das verführt natürlich. Ich kann nur hoffen, dass meine Kunden zu mir zurückkehren, sonst droht auch meinem Familienbetrieb der Existenzverlust.«
(red/bil)


