

Region. Im Jahresdurchschnitt 2025 waren im Agenturbezirk Aachen-Düren 44.674 Menschen arbeitslos gemeldet – 2.135 Personen mehr als im Vorjahr, ein Anstieg um 5,0 Prozent. Der Zuwachs zeigt sich in der Arbeitslosenversicherung (SGB III) und in der Grundsicherung (SGB II). Regional nahm die Arbeitslosigkeit in allen Teilregionen zu: In der Städteregion Aachen um 5,4 Prozent auf 24.645 Personen, im Kreis Düren um 4,6 Prozent auf 11.324 Personen.
66 Prozent der arbeitslos gemeldeten Menschen gehören dem Rechtskreis der Grundsicherung (SGB II) an, 34 Prozent werden im Rechtskreis SGB III betreut. Während Arbeitslose in der Arbeitslosenversicherung häufig vergleichsweise schnell wieder in Beschäftigung einmünden, ist die Arbeitslosigkeit in der Grundsicherung stärker von strukturellen Hemmnissen geprägt. Nahezu 90 Prozent haben mindestens ein Vermittlungshemmnis wie fehlende Qualifikationen, lange Arbeitslosigkeitsdauern, gesundheitliche Einschränkungen oder Betreuungsverpflichtungen.
Zum Stichtag März 2025 waren rund 397.000 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Der Beschäftigungszuwachs erfolgt über Teilzeitbeschäftigungen (+2,5 Prozent), während Vollzeitstellen rückläufig sind (-0,7 Prozent). Das Arbeitsvolumen wächst damit deutlich langsamer als die Zahl der Beschäftigten. Der Zuwachs wurde ausschließlich durch ausländische Arbeitskräfte getragen: Während die Beschäftigung von Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit um 2.214 Personen zurückging, nahm sie bei ausländischen Staatsangehörigen um 3.557 Personen zu.
Im Jahresverlauf wurden 16.553 neue Arbeitsstellen gemeldet – 648 mehr als im Vorjahr, aber deutlich unter früheren Jahren. Zum Vergleich: 2022 wurden noch über 24.000 neue Stellen gemeldet. Auffällig ist die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage: Während viele Arbeitslose Tätigkeiten auf Helferniveau suchen, richtet sich der Großteil der Stellen an Fachkräfte. Die Nachfrage nach Arbeitskräften sinkt vor allem bei kleinen Betrieben. Für den Agenturbezirk ist dies bedeutsam, da 95 Prozent aller Betriebe weniger als 50 Mitarbeitende beschäftigen.
Das verarbeitende Gewerbe, die Arbeitnehmerüberlassung sowie freiberufliche Dienstleistungen verzeichnen Beschäftigungsverluste. Demgegenüber wächst die Beschäftigung in personenbezogenen Dienstleistungen, besonders stark im Sozialwesen, Gesundheitswesen sowie in Erziehung und Unterricht.
„Für 2026 kommt es darauf an, Qualifizierung, Vermittlung und betriebliche Bedarfe noch stärker zusammenzuführen«, betont Günter Sevenich, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Aachen-Düren.
Die Jahresbilanz 2025 zeigt einen Arbeitsmarkt ohne starke Ausschläge, aber mit deutlichen strukturellen Verschiebungen. Während Beschäftigung insgesamt wächst, verändern sich Arbeitszeiten und Anforderungen. Gleichzeitig bleibt die Integration arbeitsloser Menschen – insbesondere im Bereich der Grundsicherung – anspruchsvoll.
Für 2026 kommt es darauf an, Qualifizierung, Vermittlung und betriebliche Bedarfe noch stärker zusammenzuführen und regionale Besonderheiten gezielt zu berücksichtigen.


