

Wie die Polizei Wittlich in einer ersten Mitteilung bekannt gab, wurden Feuerwehr und Polizei am Dienstag, 16. Juni, gegen 22.45 Uhr zu einem Brand in dem Gebäude des ehemaligen Kinos in der Schloßstraße (ehemaliger Club Magnum) alarmiert. Nach bisherigen Erkenntnissen brach das Feuer aus bislang unbekannter Ursache augenscheinlich im Inneren des Anwesens aus. Bereits kurz nach Ausbruch des Brandes kam es zu einer starken Rauchentwicklung mit dichtem, schwarzem Rauch. Die Polizei sperrte die Schloßstraße weiträumig ab, um den umfangreichen Löscharbeiten ausreichend Platz zu verschaffen. Anwohner wurden aufgefordert, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand. Das Gebäude ist seit Jahren unbewohnt.
Wie Wehrleiter und Einsatzleiter Christian Vollmar im Gespräch erklärte, handelt es sich bei dem betroffenen Objekt um ein altes, seit mehreren Jahren leerstehendes Kino, in dessen Gebäude sich früher unter anderem eine Diskothek befand. Bereits am 17. November 2024 war es dort zu einem Brand gekommen. Damals entstand das Feuer im Kellergeschoss des Gebäudes und konnte nach Angaben Vollmars schnell gelöscht werden. Die Ursache war seinerzeit ein technischer Defekt. Der aktuelle Einsatz habe jedoch eine völlig andere Dimension erreicht. Während der Brand von 2024 vergleichsweise klein geblieben sei, stünden die Einsatzkräfte diesmal die gesamte Nacht über im Großeinsatz. Rund 100 Kräfte waren zur Bekämpfung des Feuers im Einsatz. Zur Ursache des aktuellen Brandes konnte Vollmar keine Angaben machen. Die Ermittlungen wurden von der Polizei aufgenommen.
Beim Eintreffen der ersten Kräfte bot sich den Einsatzkräften ein dramatisches Bild. Nach Angaben von Brand- und Katastrophenschutzinspekteur (BKI) Jörg Teusch schlugen die Flammen bereits meterhoch aus dem Dachstuhl des Gebäudes. Der weitläufige Gebäudekomplex habe zu diesem Zeitpunkt in Vollbrand gestanden. Über der Säubrennerstadt bildete sich eine weithin sichtbare Rauchwolke. Sowohl Teusch als auch Vollmar berichteten, dass die große schwarze Rauchsäule bereits aus größerer Entfernung zu erkennen gewesen sei.
Die Brandbekämpfung gestaltete sich aufgrund der Größe des Gebäudes äußerst aufwendig. Insgesamt kamen zwei Drehleitern zum Einsatz. Diese stammten aus Wittlich und Bernkastel-Kues. Darüber hinaus wurde der Teleskopgelenkmast aus Traben-Trarbach angefordert. Über die Hubrettungsfahrzeuge musste das großflächige Dach des Gebäudekomplexes geöffnet werden, um versteckte Brandnester erreichen und das Feuer vollständig ablöschen zu können.
Zur Unterstützung der Löscharbeiten wurde eine Drohne des Katastrophenschutzes mit Wärmebildkamera eingesetzt. Wie Jörg Teusch berichtete, konnten die Einsatzkräfte dadurch feststellen, dass sich unter dem Dach weiterhin Glut- und Brandnester befanden. Die gewonnenen Wärmebilder ermöglichten es den Feuerwehrkräften, gezielt weitere Löschmaßnahmen einzuleiten und die betroffenen Bereiche des Daches zu kontrollieren.
Im Verlauf des Einsatzes mussten nach Angaben von Jörg Teusch Anwohner unmittelbar angrenzender Gebäude vorsorglich evakuiert werden. Verletzte gab es zwar keine, dennoch wurde die Schnelle Einsatzgruppe (SEG) aus Kräften des Deutschen Roten Kreuzes und der Malteser alarmiert und zur Absicherung des Einsatzes bereitgestellt. Zusätzlich standen der Regelrettungsdienst mit Notarzt und Rettungswagen vor Ort bereit.
An dem Großeinsatz waren mehrere Feuerwehren der Verbandsgemeinde Wittlich-Land sowie die Feuerwehr der Stadt Wittlich beteiligt. Unterstützung kam zudem aus den Verbandsgemeinden Traben-Trarbach und Bernkastel-Kues. Ebenfalls im Einsatz waren die Air Police aus Spangdahlem, die die Polizei Wittlich auf Anforderung unterstützte, die Polizei Wittlich mit starken Kräften, die SEG von Maltesern und DRK, der Regelrettungsdienst, Westnetz, das Ordnungsamt, das Wasserwerk, die Wehrleitung der Stadt Wittlich mit der Feuerwehr-Einsatzzentrale (FEZ), der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur sowie die Hundestaffel Wittlich mit ihrer Drohneneinheit.
Die Löscharbeiten dauerten bis tief in die Nacht an. Nach Angaben der Polizeidirektion Wittlich konnte der Einsatz gegen 4.30 Uhr beendet werden. Zur Brandursache liegen derzeit keine gesicherten Erkenntnisse vor. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Eine Schadenshöhe kann weiterhin nach derzeitigem Ermittlungsstand noch nicht abschließend beziffert werden.
Weitere Informationen werden nach Abschluss der Untersuchungen erwartet.
Text: Kevin Schößler




