Mario Zender

Schulstreit in Lutzerath: Kreistag berät vorerst nicht über Zukunft des Schulstandorts

Günter Welter, Ortsbürgermeister von Lutzerath, dürfte sich über die Entscheidung des Ältestenrats freuen, den Tagesordnungspunkt vorerst abzusetzen. Zuvor hatte er massive Kritik an der Landrätin geäußert.

Günter Welter, Ortsbürgermeister von Lutzerath, dürfte sich über die Entscheidung des Ältestenrats freuen, den Tagesordnungspunkt vorerst abzusetzen. Zuvor hatte er massive Kritik an der Landrätin geäußert.

Bild: Zender

Lutzerath (zen). Im Streit um die Zukunft der Realschule plus Vulkaneifel in Lutzerath gibt es eine überraschende Wendung: Nach Recherchen des WochenSpiegels wurde am Mittwochabend im Ältestenrat entschieden, den umstrittenen Tagesordnungspunkt vorerst von der kommenden Kreistagssitzung abzusetzen. Damit wird die ursprünglich geplante Beratung über die mögliche vollständige Konzentration der Realschule plus auf den Standort Ulmen zunächst nicht stattfinden.
Die Entscheidung dürfte in Lutzerath zunächst für Erleichterung sorgen. In den vergangenen Tagen hatte das Thema in der Eifelgemeinde massive Proteste ausgelöst. Besonders Ortsbürgermeister Günter Welter (CDU) hatte die Pläne der Kreisverwaltung im WochenSpiegel scharf kritisiert und Landrätin Anke Beilstein schwere Vorwürfe gemacht. Gegenüber dem WochenSpiegel sprach Welter von einem Versuch, den Schulstandort „ausbluten zu lassen“.
Hintergrund ist eine Beschlussvorlage der Kreisverwaltung Cochem-Zell, wonach die bisherige Aufteilung der Realschule plus Vulkaneifel auf die Standorte Ulmen und Lutzerath zum Schuljahr 2027/2028 aufgehoben werden sollte. Als Gründe wurden vor allem hohe Investitionskosten in Lutzerath genannt. Allein die Modernisierung der Fachräume würde nach Angaben der Verwaltung rund 400.000 Euro kosten. Hinzu kämen weitere Sanierungsmaßnahmen am Gebäude sowie mögliche Beteiligungen an der Sporthalle.
In Lutzerath sorgten diese Pläne jedoch für erheblichen Unmut. Viele Bürger, Eltern und Kommunalpolitiker befürchten langfristige Nachteile für die Gemeinde. Ortsbürgermeister Welter sieht den Standort seit Jahren systematisch vernachlässigt. Der Verlust der Schule würde nach seiner Einschätzung nicht nur längere Schulwege bedeuten, sondern auch die Attraktivität des Ortes für junge Familien schwächen.
Mit der Absetzung des Tagesordnungspunktes ist die Diskussion allerdings keineswegs beendet. Vielmehr dürfte nun hinter den Kulissen weiter intensiv beraten werden. Ob und wann das Thema erneut auf die Tagesordnung des Kreistags gesetzt wird, ist derzeit noch offen.
Aus dem politischen Umfeld des Kreises heißt es, dass angesichts der aufgeheizten Stimmung zunächst weiterer Gesprächsbedarf bestehe. Insbesondere die heftigen Reaktionen aus Lutzerath sowie die öffentliche Diskussion der vergangenen Tage dürften bei der Entscheidung des Ältestenrats eine Rolle gespielt haben.
Eine offizielle Stellungnahme der Kreisverwaltung Cochem-Zell zur Absetzung des Tagesordnungspunktes steht bislang noch aus.
Bericht folgt.