Mario Zender

Vater und Sohn jagen die Glutnester aus der Luft

Markus Reif (51) und sein Sohn Marius (23) sind seit Stunden ehrenamtlich im Einsatz gegen die Waldbrände.

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Von Mario Zender
Faid. Während tief im Enderttal Feuerwehrleute gegen die Flammen kämpfen, läuft im Hintergrund eine gewaltige Maschinerie. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer von Feuerwehr, DRK, Bergwacht und der Technischen Einsatzleitung des Kreises Cochem-Zell sind seit Freitag nahezu rund um die Uhr im Einsatz. Und längst nicht alle stehen direkt am Brandherd. Viele arbeiten etwas abseits – und sind für den Erfolg des Einsatzes genauso wichtig.
Zwei von ihnen sind Markus Reif (51) und sein Sohn Marius (23) aus Illerich. Für die beiden liegt bereits eine lange Nacht hinter ihnen. Seit Freitag waren sie mit der Freiwilligen Feuerwehr Illerich in Langenfeld im Einsatz und unterstützten dort ihre Kameraden bis gegen zwei Uhr in der Nacht. Viel Schlaf blieb nicht: Bereits am Samstagmorgen um acht Uhr ging es für Vater und Sohn weiter. Diesmal nach Faid und im Auftrag der Katastrophenschutzeinheit des Kreises Cochem-Zell.
Ihre Aufgabe dort: Glutnester aus der Luft aufspüren. Markus Reif arbeitet eigentlich als Vermessungsbeamter, sein Sohn Marius ist Lehramtsstudent. Doch an diesem Wochenende sind beide vor allem eines: Feuerwehrmänner und Drohnenpiloten im Katastrophenschutz.
Mit ihrer Drohne und einer hochauflösenden Wärmebildkamera nehmen sie das schwer zugängliche Gelände im Enderttal aus der Luft unter die Lupe. Gerade dort, wo die Feuerwehrleute wegen der steilen Hänge und des dichten Waldes nur schwer hinkommen, können Vater und Sohn aus der Luft entscheidende Hinweise liefern.
Auf ihren Bildschirmen werden Temperaturunterschiede sichtbar. So können sie Glutnester entdecken, die mit bloßem Auge vom Boden aus möglicherweise gar nicht zu erkennen wären. Wird eine verdächtige Stelle gefunden, bestimmen die Drohnenpiloten die genaue Position und geben die Koordinaten an die Einsatzleitung weiter.
Dann können Feuerwehrkräfte gezielt zu diesen Stellen geschickt werden. Auch die Besatzung des Polizeihubschraubers erhält entsprechende Informationen und kann besonders kritische Bereiche aus der Luft mit Löschwasser bekämpfen.
Es ist eine Arbeit, die abseits der Flammen stattfindet – aber für den gesamten Einsatz von großer Bedeutung ist. Denn gerade versteckte Glutnester können dafür sorgen, dass ein bereits gelöscht geglaubter Waldbrand plötzlich wieder aufflammt.
Der Einsatz des Vater-Sohn-Gespann zeigt wie vielfältig dieser Großeinsatz ist. Während die einen mit Schläuchen und Löschrucksäcken im steilen Enderttal gegen das Feuer kämpfen, suchen andere mit modernster Technik aus der Luft nach der nächsten Gefahr. Und viele von ihnen machen das ehrenamtlich – seit Stunden und mit nur wenigen Stunden Pause dazwischen.