Michael Nielen

Ein Platz, der Generationen zusammenbringt

Ripsdorf. Eigentlich sollte es ein Fest unter freiem Himmel werden. Ein Fest für einen Platz, der geschaffen wurde, damit Menschen zusammenkommen, sich begegnen und gemeinsam Zeit verbringen.
Als der Regen nachgelassen hatte, konnte man den neuen Prof. Dr. Schumacher Garten auch unter freiem Himmel einweihen.

Als der Regen nachgelassen hatte, konnte man den neuen Prof. Dr. Schumacher Garten auch unter freiem Himmel einweihen.

Bild: Gemeinde Blankenheim

Ausgerechnet zur offiziellen Einweihung des neuen Generationengartens öffnete der Himmel seine Schleusen. Regen und Gewitter zogen über Ripsdorf hinweg und vertrieben die Gäste vom neuen Platz in das Obergeschoss der benachbarten Kindertagesstätte.

Doch selbst unter grauen Wolken und im strömenden Regen war zu erkennen, welches Schmuckstück hier in den vergangenen Monaten entstanden ist. Auf knapp 1000 Quadratmetern wurde eine Anlage geschaffen, auf der sich mehrere Ebenen harmonisch in das Gelände einfügen und immer wieder neue Perspektiven eröffnen. Mal laden Sitzgruppen und Ruheliegen zum Verweilen ein, dann wieder locken ein Barfußpfad, eine Wasserspielstelle für Kinder oder die Calisthenics-Anlage zur Bewegung. Hochbeete, eingefasst von Cortenstahl, bringen zusätzlich Farbe und Leben auf die Anlage. »Der Generationengarten ist ein Ort der Begegnung für alle Generationen. Ein Raum zum Spielen, Gärtnern, Verweilen und Austauschen«, so die Blankenheimer Bürgermeisterin Jennifer Meuren.

»Der Wunsch nach einem Generationengarten kam aus dem Ort selbst«, erinnerte Jennifer Meuren. Ihr besonderer Dank galt dabei Rudi Huth und Mathias Schoenen, die das Projekt maßgeblich angestoßen hatten. Eine glückliche Fügung spielte auch noch eine Rolle.

Die Bürgermeisterin wusste, dass die aus Marmagen stammende Marina Knoll Landschaftsarchitektur studierte. »Ich habe Marina vorgeschlagen, ihre Bachelorarbeit über den Generationengarten zu schreiben«, berichtete Jennifer Meuren. Die Studentin griff die Idee auf – mit Erfolg. Die Arbeit wurde mit der Note 1,0 bewertet und verschwand anschließend nicht in irgendeiner Schublade. »Es ist ein schönes Beispiel dafür, wie Ideen junger Menschen wertgeschätzt und in die Praxis umgesetzt werden können«, so Meuren.

Auf Grundlage dieser Arbeit entwickelte Christian Daum, Meister und Techniker im Garten- und Landschaftsbau, von der Firma Walter Schmitz die konkrete Planung. Entstanden ist eine Anlage, die Naturerlebnis, Aufenthaltsqualität und Bewegung miteinander verbindet. Die Hanglage wurde geschickt genutzt, um verschiedene Bereiche zu schaffen. Natursteine und Stahlelemente gliedern das Gelände. Dazwischen finden sich Aufenthaltsflächen, Spielmöglichkeiten und Bereiche zum gemeinsamen Gärtnern.

Unter den Gästen war auch Landrat Markus Ramers, der sich später am Nachmittag ebenso wie vielen Besucher ein Bild von dem neu gestalteten Platz machte - die Sonne hatte sich zwischenzeitlich sehen lassen. Gewidmet wurde die Anlage an diesem Tag Prof. Dr. Wolfgang Schumacher, der als Wissenschaftler, Hochschullehrer und Naturschützer über Jahrzehnte in der Region wirkte und auch mit Ripsdorf eng verbunden war. Jennifer Meuren erinnerte an einen Menschen, »der unsere Region weit über viele Jahrzehnte geprägt hat« und dem es gelungen sei, »Naturschutz und Landwirtschaft miteinander zu verbinden«.

Bemerkenswert ist die direkte Verbindung zur benachbarten DRK-Kindertagesstätte »Kastanienlaube«. Die Kinder können den Generationengarten über eine Treppe erreichen und werden ihn künftig regelmäßig nutzen. Passend zur Einweihung des Generationengartens feierte die Kita ihr 30-jähriges Bestehen. Jennifer Meuren gratulierte dem Team um Leiterin Marion Poensgen: »Seit 30 Jahren ist die Kita ein wichtiger Bestandteil des Dorflebens und begleitet Generationen von Kindern auf ihrem Weg.«

Wie eng beide Projekte miteinander verbunden sind, zeigte sich bereits vor der offiziellen Einweihung. Die Kinder der Kita hatten die Hochbeete des Generationengartens nämlich bereits bepflanzt. »Was könnte es für die Kita für ein schöneres Geschenk zum 30-jährigen Bestehen geben?«, schmunzelte Jennifer Meuren und fügte hinzu: »Hegt und pflegt den Garten.«

Möglich wurde das Projekt durch eine 80-prozentige Förderung aus dem Programm »Natürlicher Klimaschutz in Kommunen«. Gleichzeitig blieb das Projekt unter den ursprünglich kalkulierten Kosten. Statt der zunächst veranschlagten rund 400.000 Euro liegt das Investitionsvolumen bei weniger als 300.000 Euro.

Zudem Mathias Schoenen wurde für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement mit einem Eintrag in das goldene Buch der Gemeinde Blankenheim gewürdigt. Ob als Ratsvertreter, im Eifelverein, bei zahlreichen Aktionen im Dorf oder als Mitinitiator des Generationengartens – sein Einsatz habe das Leben in Ripsdorf über viele Jahre mitgeprägt.

Als sich die Sonne dann doch noch blicken ließ, zog es viele Besucher auf den neuen Prof. Dr. Schumacher Garten. Dort zeigte sich: Der Garten ist weit mehr als eine Grünanlage. Er dürfte zum Treffpunkt, Aufenthaltsort und dem Platz werden, an dem künftig viele neue Ripsdorfer Geschichten entstehen ...