Michael Nielen

Rückschlag: Schoeller Werk pausiert Neubauplanung

Kall. Rückschlag für Kall: Die Schoeller Werk GmbH & Co. KG pausiert die Planungen für das geplante Rohrzugkompetenzzentrum im interkommunalen Gewerbegebiet. Der Spatenstich stand bereits unmittelbar bevor.

Die Schoeller Werk GmbH & Co. KG pausiert die Planungs- und Finanzierungsaktivitäten für das geplante Rohrzugkompetenzzentrum im interkommunalen Gewerbegebiet Kall. Beirat und Geschäftsführung reagieren damit auf ein anhaltend schwieriges Investitionsumfeld – und das, obwohl die Planungen bereits weit fortgeschritten waren und der symbolische erste Spatenstich unmittelbar bevorstand.

»Aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen haben wir uns entschieden, die geplante Investition in den neuen Standort zunächst zu pausieren. Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen, sie ist jedoch aus unternehmerischer Sicht derzeit notwendig, da wir Investitionen dieser Größenordnung an eine belastbare Umsatzentwicklung knüpfen müssen«, erklärt Geschäftsführer Alexander Mertens.

Die Umsatzbasis für die geplante Investitionsstufe habe sich schlicht noch nicht wie erwartet entwickelt. Der Hintergrund ist bekannt: Geopolitische Spannungen, Unsicherheiten auf den internationalen Märkten und eine verhaltene Konjunkturentwicklung bremsen derzeit viele Unternehmen aus – davon ist auch das im Kreis Euskirchen beheimatete Schoeller Werk nicht ausgenommen. Die strategische Ausrichtung des Unternehmens bleibt dabei nach eigenen Angaben unverändert. Die Bedeutung gezogener Edelstahlrohre als Kernprodukt stehe nicht zur Debatte.

Für Kalls Bürgermeister Emmanuel Kunz ist die Entscheidung »zweifellos ein Rückschlag für die wirtschaftliche Entwicklung der Region«. Gleichzeitig zeige sie, wie wichtig verlässliche und investitionsfreundliche Rahmenbedingungen in Deutschland seien. Ein großes Lob richtet Kunz an sein Team: »Was meine Mitarbeiter in den vergangenen Monaten geleistet haben, verdient höchsten Respekt. Viele sind weit über ihre regulären Aufgaben hinausgegangen, haben zahlreiche Überstunden geleistet und unter erheblichem Zeitdruck alles darangesetzt, diese bedeutende Investition möglich zu machen.« Innerhalb kürzester Zeit seien die planungs- und baurechtlichen Grundlagen geschaffen worden.

Kunz: »Damit hat sich Kall auch als Wirtschaftsstandort bewiesen, auf den man zählen kann.«

Diese Einschätzung teilt auch das Unternehmen. »Wir haben in Kall hervorragende Voraussetzungen für unsere geplante Erweiterung vorgefunden und in den vergangenen Monaten konstruktiv, professionell und lösungsorientiert mit Bürgermeister Emmanuel Kunz und seinem Team zusammengearbeitet«, betont Geschäftsführer Mertens und fügt hinzu: »Dafür möchten wir uns ausdrücklich bedanken.«

Und so bleibt am Ende ein Projekt, das auf Eis liegt – aber nicht begraben ist. Bürgermeister Emmanuel Kunz sieht die geleistete Arbeit als Investition in die Zukunft: »Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und bewiesen, dass Kall auch für große Investoren eine sehr gute Adresse ist.«