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Wenn Brauchtum Gutes tut

Zülpich. »Zesamme Weihnachtsmarkt« bringt 2.500 Euro für die Zülpicher Tafel ein.
2.500 Euro überreichten die Beteiligten von »Zesamme Weihnachtsmarkt« an die Zülpicher Tafel.

2.500 Euro überreichten die Beteiligten von »Zesamme Weihnachtsmarkt« an die Zülpicher Tafel.

Bild: Florian Heller

Wenn sich die Zülpicher Vereine und Akteure zusammentun, kommt ordentlich was rum - das bewies die feierliche Spendenübergabe am Mittwoch, 25. März im Münstertor. Im Gardequartier der Prinzengarde herrschte beste Stimmung, denn das Ergebnis der gemeinsamen Weihnachtsaktion „Zesamme Weihnachtsmarkt“ kann sich mehr als sehen lassen: Stolze 2.500 Euro gehen an die Zülpicher Tafel. Die Idee entstand bereits Anfang des letzten Jahres: Warum nicht die Reichweite der vielen Weihnachtsveranstaltungen nutzen, um gemeinsam für die Heimat zu sammeln? Gesagt, getan. Unter dem Motto "Von Zülpichern für die Zülpicher Tafel" wurden bei verschiedenen Events Spendendosen aufgestellt. Ob bei der Funkenweihnacht der Blauen Funken am Kölntor, dem Adventscafé der Frauengemeinschaft im Pfarrzentrum, , dem Weihnachtsmärktchen am Siechhaus, der Burgweihnacht von Max Mannheims an der Landesburg oder dem „Advent en rut un wiess" bei der Prinzengarde am Münstertor - überall öffneten die Gäste ihre Portemonnaies. Auch die Lesebühne ("Stuss mit Lustig") im Seehaus war mit von der Partie. Ein starkes Team für die Tafel.

Damit die Aktion optisch Fahrt aufnahm, zögerte Julius Esser nicht lange und druckte kurzerhand Plakate und Flyer. Bei der Übergabe betonte er, wie unkompliziert die Teilnahme war: "Spendendose aufstellen und fertig!" Das Ergebnis ist eine Summe, die sich aus vielen Bausteinen zusammensetzt: 350 Euro Prinzengarde, 230 Euro Burgweihnacht, 330 Euro Blaue Funken, 281 Euro Siechhaus und 107 Euro Adventscafé. Besonders beeindruckend: Julius Esser legte für die Lesebühne satte 700 Euro oben drauf, und die Frauengemeinschaft steuerte weitere 500 Euro bei. Da sich die Gemeinschaft leider auflöst, war es den Damen eine Herzensangelegenheit, ihr restliches Geld einem guten Zweck in der Heimat zuzuführen.

"Das glaubt uns keiner!" Hans Rhiem und Wolfgang Steinberger von der Tafel zeigten sich sichtlich bewegt. "Wir sind sprachlos. Dass das Ehrenamt hier so viel leistet, ist unglaublich toll", bedankte sich Rhiem. Die Spende fließt direkt in die tägliche Arbeit. Ein konkretes Beispiel: Der Warentransport. Die Tafel versorgt auch Bedürftige in Nideggen und holt dort Ware ab. "Dafür nutzen wir ein KFZ, für das wir neuerdings Maut bezahlen müssen - das kostet uns monatlich mindestens 140 Euro zusätzlich. Genau hier hilft das Geld direkt weiter", erklärte Rhiem. Blick in die Zukunft: Manuel Schleiermacher von den Blauen Funken brachte es auf den Punkt: "Es ist einfach gut zu wissen, dass das Geld hier in Zülpich bleibt." Und weil es so gut lief, geht die Aktion in die nächste Runde. Simon Deuster von der Prinzengarde verriet, dass für die kommende Adventszeit bereits die Fortführung geplant ist. Ein neuer Partner steht auch schon in den Startlöchern: Pfarrer Ulrich Zumbusch von der Evangelischen Gemeinde möchte sich 2026 ebenfalls beteiligen. (FH)