Simone Wunder

Klare Niederlage, spätes Drama

Mayen unterliegt im Spitzenspiel / Mendiger Klatsche im Derby. 
Der TuS Mayen verlor das Spitzenspiel gegen die SV Untermosel Kobern-Gondorf.

Der TuS Mayen verlor das Spitzenspiel gegen die SV Untermosel Kobern-Gondorf.

Bild: Seydel

Mayen/Mendig (ph). SG 99 Andernach : SV Eintracht Mendig 8:1 (4:0) 
Im vorletzten Auswärtsspiel der Saison musste Eintracht Mendig eine deftige 1:8-Niederlage hinnehmen.
Dabei waren die bereits abgestiegenen Vulkanstädter in den ersten 25 Minuten das spielbestimmende Team. Bei Leonard Zerwas‘ Versuch war Andernachs Keeper Jordi Bolz auf dem Posten (17.). Nur wenig später hatte auch Max Bernads die Mendiger Führung auf dem Fuß. »Wir hätten uns nicht beschweren dürfen, wenn Mendig in Führung gegangen wäre«, so Andernachs Trainer Kim Kossmann. So aber nahm das Schicksal seinen Lauf. Ein scharf geschossener Andernacher Eckball ließ Nico Fogolin durch, wo am zweiten Pfosten Gian Luca Dolon freistehend zum 1:0 einköpfte (26.).
Wenig später entschied der Unparteiische auf Elfmeter, nachdem Mike Borger gefoult worden war. Borger trat selber an und erhöhte auf 2:0. Wiederum Dolon mit dem 3:0 (38.) und Drilon Demiraj (43.) erhöhten auf 4:0 zur Halbzeit. »Wir hatten es in den ersten Minuten richtig gut gemacht. Aber es ist ein Sinnbild dieser Saison«, so Mendigs Trainer Damir Mrkalj.
Und das wurde nicht besser für Mendig in der zweiten Hälfte. »Viele haben die Saison bereits abgeschrieben. Da stellt sich auch die Charakterfrage. Auch wenn sie den Verein verlassen, muss ich doch an die Ehre appellieren, man darf sich nicht so hängen lassen«, klagte Mrkalj.
Fehlerhaft ging es weiter. Dolon (53.) und Filip Reintges (63.) mit den Toren fünf und sechs. Immerhin verkürzte Joel Maas mit seinem ersten Saisontor auf 6:1 (73.). Dann waren die Andernacher wieder am Zug. Linus Wingenbach (78.) und Alexis Weidenbach per Strafstoß (88.) mit dem 8:1 Endstand.
Mrkalj: »Für diese Klasse war das einfach zu wenig. Da waren wir am Ende in der falschen Liga. Altersstruktur, Substanz, Tiefe und Breite im Kader fehlten uns. Wir hoffen sehr, dass es kommende Saison mit vielen neuen Dingen besser wird. Wir waren im Rückblick nicht vorbereitet auf die Rheinlandliga obwohl wir souverän aufgestiegen waren. Der Umbruch wird Zeit brauchen.« Zum Thema Substanz sagt Mrkalj: »Wir hatten heute nur zwei spielfähige Leute auf der Bank und das geht seit Wochen so.«
Nächstes Spiel: SV Eintracht Mendig : FC Bitburg am Sonntag, 17. Mai, um 15 Uhr, in Mendig.
 
SV Untermosel Kobern-Gondorf : TuS Mayen 1:0 (0:0)
Im Spitzenspiel der Bezirksliga Mitte krönte sich die SV Untermosel Kobern-Gondorf zum Bezirksligameister und Aufsteiger in die Rheinlandliga.
Vor über 600 Zuschauern auf dem engen Kunst-rasenplatz an der Mosel lieferten sich die beiden besten Teams der Liga ein hart umkämpftes Spiel.
Am Ende war wohl die Gelb-Rote Karte für Mayens Tyler Öztürk nach einer guten Stunde spielentscheidend. »Die zweite Gelbe Karte war klar«, so Mayens Trainer Marc Steil,  »dafür war aber die erste Gelbe Karte gar nichts. Nicht nur da fehlte dem Schiri heute das Finderspitzengefühl.«
Die Zuschauer sahen zwei Mannschaften, die einen völlig verschiedenen Ansatz vom Fußball interpretierten. Das Spiel war ausgeglichen, ärgerlich für die Mayener waren einige knifflige Abseitspositionen, die ihnen allesamt abgepfiffen wurden. »Mit der ersten Halbzeit waren wir sehr zufrieden«, lobte Steil seine Mannschaft. Der TuS blieb auch in Unterzahl aktiv, hatte seine Möglichkeiten und hielt hinten bis auf Standardsituationen die Koberner weit vom eigenen Kasten entfernt. »Da wir das Spiel gewinnen mussten, um die Chance auf die Meisterschaft zu wahren, haben wir offensiv gewechselt«, erkärte Steil seine Auswechslungen, die den erwünschten Auswärtssieg bringen sollten. Am Ende aber sollte es anders kommen. In der zweiten Minute der Nachspielzeit konterten die die Moselaner den TuS aus. Steil: »Der Ball kommt unglücklich in den Rückraum und dann fällt das 1:0.« Marvin Richard schoss sich mit dem Siegtreffer ins Geschichtsbuch der SV Untermosel, die durch den Sieg als Meister und Aufsteiger feststehen.  
Steil: »Ich habe den Trainern der SV Untermosel gratuliert. Für uns stehen noch zwei Meisterschaftsspiele an, bevor es danach in die Relegation geht.«
Nächstes Spiel: Freitag, 16. Mai, um 20 Uhr, im Nettetalstadion gegen den HSV Neuwied.