Andrea Fischer

Hermeskeil startet große Mitmach-Offensive

Hermeskeil. Müllberge in Beeten, verdreckte Schilder und überlastete Bauhof-Mitarbeiter: In Hermeskeil wächst der Handlungsdruck. Stadtbürgermeister Christoph König setzt jetzt auf die Kraft der Gemeinschaft – und ruft die Bürger zu einer außergewöhnlichen Aktion auf.
Stadtbürgermeister Christoph König und viele fleißigen Helfer aus der Afa beim »Dreck-weg-Tag« im letzen Jahr.

Stadtbürgermeister Christoph König und viele fleißigen Helfer aus der Afa beim »Dreck-weg-Tag« im letzen Jahr.

Bild: Christoph König

Der Moment der Erkenntnis kam für Christoph König nach dem großen Dreck-weg-Tag im vergangenen Jahr. »Da wurde unglaublich viel Müll gesammelt, die Beteiligung war super«, sagt er.

Doch der Effekt hielt nicht lange an. »Nach ein paar Wochen verpufft das wieder.« Für den Stadtbürgermeister war klar: Es braucht mehr als einzelne Aktionen. Es braucht ein Umdenken – und genau das soll jetzt eine zweimonatige Mitmach-Offensive in Hermeskeil anstoßen.

Müll wird zum Dauerproblem

Dreimal pro Woche ist der Bauhof mittlerweile unterwegs, um Müll einzusammeln – Tendenz steigend. »Es wird immer mehr«, sagt König offen. Besonders betroffen seien öffentliche Mülleimer, Pflanzbeete, die Fußgängerzone und der Bereich rund um den ehemaligen Busplatz. Hinzu kommen illegale Müllablagerungen in den umliegenden Wäldern.Gleichzeitig stößt die Stadt personell an ihre Grenzen. Acht Mitarbeiter zählt der Bauhof, aktuell fällt etwa die Hälfte krankheitsbedingt aus. »Wir kommen der Arbeit kaum noch hinterher«, beschreibt König die Situation. Mähen, reinigen, pflegen – vieles könne nur noch im nötigsten Umfang erledigt werden.

Bereits viel positive Resonanz erfahren

Genau hier setzt die neue Initiative an: Bürger, Vereine, Schulen und Kitas sollen selbst aktiv werden und ihre Stadt mitgestalten. »Sauberkeit ist Sache von jedem«, betont König. Früher sei es selbstverständlich gewesen, vor der eigenen Haustür zu kehren – heute verlasse man sich oft auf die Kommune.

Die Resonanz auf den Aufruf ist vielversprechend. Bereits kurz nach Bekanntwerden meldeten sich erste Gruppen mit Ideen: Ein Kindergarten will ein Beet gestalten, Vereine planen Reinigungsaktionen, andere möchten Plätze oder sogar Bereiche auf dem Friedhof dauerhaft pflegen.

Anreize, Ideen und große Hoffnungen

Besonders wichtig ist König dabei der Gedanke der Nachhaltigkeit: Patenschaften für Grünflächen oder Pflanzkübel sollen langfristig für ein gepflegtes Stadtbild sorgen.Um möglichst viele Menschen zu erreichen, setzt die Stadt auch auf Anreize.

Mehr als 3.000 Euro an Geld- und Sachpreisen sind bereits zugesagt – von lokalen Unternehmen und Sponsoren. Am Ende sollen vor allem kreative und nachhaltige Projekte ausgezeichnet werden. »Aber jede Gruppe, die mitmacht, soll etwas bekommen«, verspricht König.Auch er selbst will mit anpacken: Gemeinsam mit seinem Verein »Yes Angels« plant er, verschmutzte Schilder und Kästen im Stadtgebiet zu reinigen. Sogar künstlerische Projekte sind denkbar – etwa die Gestaltung von Stromkästen in Zusammenarbeit mit einem Energieversorger.

Sein Wunsch für die kommenden Wochen ist klar formuliert: »Dass die Menschen ein Herz für Hermeskeil haben.« Wenn es gelingt, aus einzelnen Aktionen langfristiges Engagement entstehen zu lassen, könnte aus der Mitmach-Offensive mehr werden als nur eine kurzfristige Verschönerung. Dann wäre sie ein echter Schritt hin zu mehr Gemeinschaft – und zu einer Stadt, auf die alle ein Stück weit stolz sind.

Und so kann man mitmachen:

Anmeldung per E-Mail an und die Stadt Hermeskeil unter Verwaltung@Stadt-Hermeskeil.de

Die Umsetzung der Aktion soll im Mai und Juni 2026 erfolgen

Alle Teilnehmer reichen einen kurzen Bericht über ihre Aktion mit Bildern ein

Ende der Anmeldung: Juli 2026