Claudia Neumann

Unmut über 1,80 Meter hohen Metallzaun im Neubaugebiet Kenner Ley

Kenn. Bürgerinitiative kritisiert Einfriedung am Regenrückhaltebecken / Diskussion über Sicherheit, Gestaltung und Ortsbild

Neuer Zaun am Regenrückhaltebecken in Kenn

Neuer Zaun am Regenrückhaltebecken in Kenn

Bild: Bürgerinitiative Kenn

Ein 1,80 Meter hoher, hell verzinkter Metallzaun um die Regenrückhaltebecken im Neubaugebiet Kenner Ley sorgt für Unmut bei Anwohnern. Die Bürgerinitiative Zaun Kenn bemängelt den „massiven Eingriff in das Ortsbild“ und fordert eine ortsbildgerechte Lösung.

Die Zäune wurden von den Verbandsgemeindewerken Schweich errichtet, unmittelbar hinter Reihenhäusern mit kleinen Familiengärten. Michael Schneider, Sprecher der Bürgerinitiative, erklärt: „Beim Spielen im Garten blicken unsere Kinder nun auf eine 1,80 Meter hohe, hell glänzende Metallgitterwand.“ Die Initiative kritisiert, dass die Sicherheit übertrieben und die Lebensqualität der Anwohner dadurch eingeschränkt werde.

Bisherige Einfriedung und Anwohnererwartungen

Zehn Jahre lang stand an dieser Stelle eine naturnah gestaltete Einfriedung aus 1,40 Meter hohen Holzpflöcken und unauffälligem Maschendraht. „Auch wir Anwohner sind für eine sichere Einfriedung. Aber durch den farblich auffälligen und außergewöhnlich hohen Zaun wurde Vorsicht übertrieben auf Kosten der Lebensqualität“, so Schneider weiter. Die Bürgerinitiative verweist zudem darauf, dass an anderen Regenrückhaltebecken der Region niedrigere und weniger auffällige Zäune stehen.

Verwaltung betont Verkehrssicherungspflicht

Die Verbandsgemeindewerke begründen die Wahl des Zauns mit der Verkehrssicherungspflicht. In einer Stellungnahme heißt es, dass „die Entscheidung für einen 1,80 Meter hohen Gitterstabmattenzaun in verzinkter Ausführung auf einer fachlichen Gefährdungsbeurteilung basiert“. Maßgeblich seien unter anderem die Nähe zum Neubaugebiet, die technische Stauhöhe der Anlage, die Böschungsneigung und die häufige Nutzung der Mulden als Spiel- und Aufenthaltsfläche.

Die Verwaltung betont, dass die bisherige Zaunanlage mit 1,40 Metern nicht mehr ausreichend sei. Gitterstabmatten gelten als stabil, langlebig und wartungsarm, die verzinkte Oberfläche diene der Dauerhaftigkeit. „Die Höhe des Zaunes von 1,80 Meter ist aus Sicht der Verbandsgemeindewerke fachlich geboten und sicherheitsrechtlich nicht verhandelbar“, heißt es. Abschließend betonen die Werke: „Die Maßnahme dient ausschließlich dem Schutz der Allgemeinheit, insbesondere von Kindern. Ziel ist eine ausgewogene Lösung zwischen Sicherheitsanforderungen, Wirtschaftlichkeit und Ortsbild.“

Mögliche Kompromisslösungen

Als Kompromiss wurde den Anwohnern angeboten, die Zaunelemente farblich zu beschichten, etwa in Dunkelgrün, um eine gestalterische Verbesserung zu erreichen. Ein Austausch der Pfosten sei aus technischen und wirtschaftlichen Gründen nicht möglich, und die Beteiligung der Anwohner an den Mehrkosten wurde vorgeschlagen – wozu bisher jedoch keine Einigung erzielt wurde.

Offener Brief der Bürgerinitiative

Die Bürgerinitiative hat einen offenen Brief an Bürgermeisterin Christiane Horsch veröffentlicht, in dem sie den Austausch des Zauns gegen eine für die Gegend übliche, niedrigere und farblich dezentere Ausführung fordert. Die Initiative betont die Bedeutung eines attraktiven Ortsbildes für Lebensqualität, Tourismus und Grundstückspreise.

Weitere Informationen sind auf der Webseite der Bürgerinitiative zu finden: www.zaunkenn.de