Claudia Neumann

Verbandsgemeinde Schweich verabschiedet Resolution zur Zukunft des Weinbaus

Schweich/Region. Rat fordert Unterstützung von Bund und Land und kündigt eigene Fördermittel für lokale Projekte an.

Symbolfoto

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Bild: Archiv

Mit einer Resolution setzt sich der Verbandsgemeinderat Schweich für die Zukunft des Weinbaus ein. In der jüngsten Sitzung beschlossen die Ratsmitglieder das Papier einstimmig. Darin werden Forderungen an Bund und Land formuliert sowie eigene Maßnahmen der Verbandsgemeinde angekündigt.

In der Resolution beschreibt der Rat die wirtschaftliche Bedeutung des Weinbaus für die Region. In den Weinorten der Verbandsgemeinde bewirtschafteten zahlreiche Winzerfamilien, überwiegend in kleinen Familienbetrieben, mehr als 800 Hektar Rebfläche, häufig in Hang- und Steillagen. Diese prägten Landschaft und Identität der Region.

Zugleich verweist das Papier auf eine angespannte Lage der Branche. Verändertes Konsumverhalten, internationale Handels- und Zollregelungen sowie gesellschaftliche Debatten rund um den Alkoholkonsum hätten zu einem starken Rückgang im Fassweinmarkt geführt. Auch die Direktvermarktung stehe zunehmend unter Druck. Viele Winzerfamilien sähen sich dadurch mit existenziellen Problemen konfrontiert.

Bürgermeisterin Christiane Horsch warnt: „Wenn wir jetzt nicht handeln, riskieren wir den Verfall unserer identitätsstiftenden Kulturlandschaft.“ Sollte sich die Situation nicht verbessern, drohten Betriebsaufgaben und brachfallende Rebflächen, insbesondere in arbeitsintensiven Steil- und Hanglagen. Das hätte nach Darstellung der Resolution nachhaltige Folgen für das Landschaftsbild und den Tourismus.

Weingipfel und Imageoffensive gefordert

Der Rat richtet deshalb einen Appell an Politik und Wirtschaft. Ziel müsse es sein, „die Wertschöpfung und die Wertschätzung für heimischen Wein nachhaltig zu steigern“. Vorgeschlagen wird unter anderem ein Weingipfel, an dem Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verbänden teilnehmen sollen. Organisiert werden solle ein solches Treffen vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat unter Leitung von Bundesminister Alois Rainer. Beteiligt werden sollen unter anderem Weinbauverbände, das Deutsches Weininstitut, Weinkellereien, der Lebensmittelhandel sowie politische Vertreter.

Parallel dazu kündigt die Verbandsgemeinde eigene Unterstützung an. Ab 2026 sollen jährlich mindestens 10.000 Euro aus dem Fonds für regenerative Energien bereitgestellt werden. Mit dem Geld sollen lokale Weinprojekte, Messeauftritte und neue Veranstaltungsformate gefördert werden.