

Die Katharinenschwestern haben die Gesundheitsversorgung, Pflege und Ausbildung in der Vulkaneifel über Generationen hinweg geprägt. Mit einer Feier zum 75-jährigen Bestehen nahmen sie Abschied von ihrem Wirkungsort in Daun. Ihr Lebenswerk reicht weit über das Krankenhaus Maria Hilf hinaus.
Den Auftakt der Jubiläumsfeier bildete eine Heilige Messe mit Dekan Jonas Weller aus dem Pastoralen Raum Daun. Beim anschließenden Empfang im Seniorenhaus Regina Protmann würdigten Wegbegleiter sowie Vertreter aus Kirche, Politik und Gesundheitswesen das jahrzehntelange Wirken der Ordensgemeinschaft und nahmen gemeinsam Abschied von einer Ära.
Die Geschichte der Katharinenschwestern in Daun begann 1951. Damals übernahmen sie die Trägerschaft eines unvollendeten Krankenhausbaus und entwickelten daraus das heutige Krankenhaus Maria Hilf. Gleichzeitig engagierten sie sich im damaligen St.-Nikolaus-Kindergarten und bauten eine Pflegeschule auf. Damit legten sie den Grundstein für zahlreiche weitere Einrichtungen und Angebote, die das soziale und gesundheitliche Leben der Vulkaneifel bis heute prägen.
In den folgenden Jahrzehnten entstanden unter ihrer Verantwortung die Krankenpflegehilfeschule, die Altenpflegeschule, das Seniorenhaus Regina Protmann in Daun, das Regina-Protmann-Stift in Kelberg, medizinische Versorgungszentren zur Sicherung der ambulanten Facharztversorgung, das Seniorenhaus St. Elisabeth in Prüm sowie zuletzt die Kurzzeitpflege St. Katharina im ehemaligen Konventhaus am Krankenhaus. Aus einem einzelnen Krankenhaus entwickelte sich so ein Netzwerk von Einrichtungen, das weit über Daun hinaus wirkt.
Zeitweise lebten und arbeiteten rund 40 Katharinenschwestern in Daun. Sie waren auf den Pflegestationen, in der Verwaltung, an der Pforte, im Röntgen, in der Ausbildung und in der Seelsorge tätig. Viele Menschen in der Region verbinden persönliche Erinnerungen mit den Schwestern, die über Jahrzehnte hinweg Kranke begleiteten, Pflegekräfte ausbildeten und Familien unterstützten.
"Die Katharinenschwestern haben nicht nur Einrichtungen aufgebaut, sondern das Leben vieler Menschen geprägt. Ihr Wirken steht für Fürsorge, Verlässlichkeit und gelebte Nächstenliebe. Dafür empfinden wir große Dankbarkeit", sagte Michael Förster, Geschäftsführer der Gesellschaft der Katharinenschwestern mbH.
Auch nach dem Abschied bleibt die Ordensgemeinschaft in Daun präsent. Schwester Magdalena begleitet weiterhin das Leben im Seniorenhaus Regina Protmann und unterstützt die ehrenamtliche Arbeit. Für ihr Engagement wurde sie mit dem Ehrenteller der Stadt Daun ausgezeichnet. Schwester M. Cäcilia und Schwester M. Caritina kümmern sich um die Kapelle. Darüber hinaus begleiten die Schwestern weiterhin schwerkranke und sterbende Menschen.
Mit dem Jubiläum endete zwar die sichtbare Präsenz der Katharinenschwestern in Daun, ihr geistliches und soziales Erbe bleibt jedoch bestehen. Die Einrichtungen führen ihre Arbeit fort, ebenso das tägliche Gottesdienstangebot im Seniorenhaus Regina Protmann. Voraussichtlich im September sollen zudem die Bethanienschwestern, die Sisters of the Imitation of Christ, nach Daun kommen und sich dort in der Pflege und Seelsorge engagieren. Nach 75 Jahren hinterlassen die Katharinenschwestern damit weit mehr als Gebäude und Einrichtungen – sie hinterlassen ein Stück gelebter Geschichte, das die Vulkaneifel bis heute prägt.




