Andreas Bender

9.350 Quadratmeter Wandfläche: Rheinfels-Sanierung liegt unter Kostenplan

St. Goar. Seit 2023 wird die Burg Rheinfels umfassend saniert – aktuell im vierten Bauabschnitt. Die Arbeiten liegen bisher unter den erwarteten Kosten und kommen so gut voran, dass mehr saniert werden kann, als angenommen.

Es sind gute Nachrichten, die von Burg Rheinfels kommen. So gab es nicht nur einen neuen Förderbescheid aus Mainz. Die Sanierungsarbeiten liegen aktuell sogar unter dem ursprünglichen Kostenplan. »Es läuft wie am Schnürchen«, freut sich Falko Hönisch, Bürgermeister der Stadt St. Goar. »Dank der sehr guten Vorplanung durch das Ingenieurbüro HAZ aus Kassel laufen die Arbeiten sehr gut.  Bisher gab es keine Überraschungen. Das Beste: Jeder Bauabschnitt hat weniger gekostet als veranschlagt. Gepaart mit der guten und schnellen Arbeit der ausführenden Firma, können wir mehr sanieren als ursprünglich geplant.«

 

Die Burg Rheinfels ist eines der wichtigsten Baudenkmäler im UNESCO-Welterbe Mittelrheintal. Die ältesten Teile der Burg sind rund 780 Jahre alt. Um das Mauerwerk zu erhalten, laufen seit 2023 Sanierungsarbeiten, welche Sicherheit, Zugänglichkeit und Attraktivität der Burg steigern. »Dabei haben wir unter anderem die unterirdischen Gänge im Blick, die wir hoffentlich – zumindest teilweise – wieder freigeben können, damit Besucher diese selbst erkunden können«, betont Kerstin Haasenritter von der Stadt (Foto links), bei der alle Fäden rund um die Burg zusammenlaufen. 

 

Drei Bauabschnitte (BA) wurden seit 2023 erfolgreich abgeschlossen: Die hohe Batterie (hier wurden die Außenwände mithilfe eines Hängegerüsts bearbeitet), der Darmstädter Bau im Zentrum der Burg sowie im Rahmen des  BA3 die Außenwand des Großen Kellers, das zweite Tor, das Gebäude am »Görtz-Platz« und der Büchsenmacherturm. Der BA4 (Schildmauer der Kernburg sowie Außenwand zum Gründelbachtal) soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. 

 

»Dann sind wir in der Kernburg soweit durch. Das ist auch mit dem Blick auf die BUGA29 wichtig, die im nächsten Jahr auch in der Burg mit den Vorbereitungen starten wollen«, so Haasenritter. Die Rheinfels wird eine der BUGA-Ausstellungsflächen beherbergen. Was genau hier entsteht, will die BUGA29 gGmbh im Spätsommer bei einem offiziellen Spatenstich vorstellen.  

 

Gleichzeitig folgen 2027 und 2028 der BA5 und BA6 der Sanierung (Schildmauer zwischen heutigen Schloss-Parkplatz und Kernburg sowie Geschützstellung zum Gründelbachtal; unterer Wehrgang und Außenmauern zum Rhein hin sowie kleinere Projekte). So sollen, nach aktuellem Stand bis Ende 2028 rund 9 350 Quadratmeter Mauerfläche der Burg saniert sein.

 

Die Struktur der historischen Ruine wird nicht angetastet. Die Mauern werden fachmännisch gesichert und ausgebessert, unter anderem mit Mörtel aus Rheinsand, schiefe Mauerteile werden wieder aufgerichtet sowie steinerne Wege hergerichtet. Selbst die Begrünung der Mauersockel wird fachgerecht abgetragen, zwischengelagert und nach den Arbeiten wieder gepflanzt. Die Begrünung trägt ebenfalls zur Sicherung der Mauern bei. Auch die Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden (unter anderem Umwelt- und Denkmalschutz) läuft konstruktiv. Die Rheinfels ist Habitat einiger schützenswerter Arten der Fauna und Flora.

 

Das Land Rheinland-Pfalz fördert die denkmalgerechte Instandsetzung der Burg mit 85 Prozent der gedeckelten Gesamtkosten in Höhe von rund 8,3 Millionen Euro. Die Mittel stammen aus der Denkmalförderung (rund 1,7 Millionen) sowie der Städtebauförderung (mehr als fünf Millionen). Staatssekretärin Simone Schneider überreichte kürzlich einen Bescheid über eine Teilsumme der Denkmalförderung. »Über diese Unterstützung sind wir sehr dankbar. Sonst könnten wir als Stadt diese umfassende Sanierung, die die Rheinfels auf Jahre verkehrssicher macht, nicht umsetzen«, betont Hönisch.