Andreas Bender

Aktueller Stand zum Umweltschaden nach Dieselaustritt bei Wiebelsheim

Wiebelsheim. Seit dem Dieselaustritt an einer unterirdischen Pipeline im Bereich Wiebelsheim in der vergangenen Woche werden die Auswirkungen auf die Umwelt weiterhin intensiv untersucht und bewertet.
Seit dem Großeinsatz am 11. März sind an vielen Stellen des Simmerbaches Ölsperren eingerichtet.

Seit dem Großeinsatz am 11. März sind an vielen Stellen des Simmerbaches Ölsperren eingerichtet.

Bild: Archiv / Sebastian Schmitt

Die Kreisverwaltung hat Informationen und Hinweise für Personen bereitgestellt, die betroffene oder angrenzende Flächen nutzen oder bewirtschaften. Betroffene werden direkt kontaktiert. Im Zuge der weiteren Aufarbeitung werden Boden- und Gewässeruntersuchungen durchgeführt. Über Erkenntnisse, die sich daraus ergeben, wird zeitnah informiert.

 

Am Simmerbach im Bereich Kisselbach wurden zusätzliche Ölsperren installiert, um sensible Bereiche wie Biberburgen und Dämme vor Schadstoffeinträgen zu schützen. Parallel dazu erfolgt ein begleitendes Monitoring mithilfe von Wildkameras in Zusammenarbeit mit dem Bibermanagement Rheinland-Pfalz. Nach aktuellem Stand zeigen sich die Biber weiterhin aktiv. Die Situation wird fortlaufend beobachtet; mögliche Maßnahmen werden bei Bedarf sorgfältig geprüft.

 

Die installierten Ölsperren, in Kombination mit Ölbindemitteln wirken weiterhin und verhindern bisher das Eintreten der Schadstoffe in den Simmersee. Der Betreiber der Pipeline und die zuständigen Behörden arbeiten weiterhin intensiv an der Bewältigung der Lage. Dabei stehen insbesondere Maßnahmen zur Schadensbegrenzung sowie strukturelle Abstimmungen im Mittelpunkt.

 

Die Menge des ausgetretenen Diesels kann weiterhin nicht beziffert werden. Um die Austrittsstelle ist eine Fläche von etwa 5.000 Quadratmetern betroffen, in der Erdreich auf Schadstoffe geprüft und entfernt wird. Zur Beseitigung der Verunreinigung wird das kontaminierte Erdreich im Umfeld der Austrittsstelle ausgekoffert und fachgerecht zu einer Abfallanlage transportiert.

 

Zur Bewertung möglicher Auswirkungen auf das Ökosystem sind weitere Untersuchungen der Gewässer vorgesehen. Dabei werden unter anderem Fischbestände und wirbellose Organismen betrachtet. Bisher wurde festgestellt, dass insbesondere Gewässerinsekten und andere wirbellose Organismen sowie Fische im unmittelbar betroffenen Abschnitt beeinträchtigt sind. Auswirkungen auf Amphibien können nicht ausgeschlossen werden. Streng geschützte Arten im regionalen Umfeld werden ebenfalls intensiv beobachtet.

 

Das Grundwasser ist nach aktuellem Stand nicht kontaminiert. Es gibt keine Hinweise, dass Schadstoffe in das öffentliche Trinkwassernetz gelangt sein könnten. Es besteht ein enger Austausch mit den Verbandsgemeinden und deren Werken.

 

Experten kontrollieren den Gewässerverlauf und lokalisieren mögliche Ansammlungen von Dieselkraftstoff. Die Kreisverwaltung bittet Bürgerinnen und Bürger, keine eigenen Maßnahmen wie das Abtragen von Erde im betroffenen Bereich vorzunehmen. Die Reinigung und weitere Schadstoffbeseitigung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Fachfirmen. „Vielen Dank an die vielen Menschen, die jetzt vor Ort aktiv helfen wollen“, sagt Landrat Volker Boch, „wir wissen dieses Engagement sehr zu schätzen. Aber es hilft am meisten, wenn wir die notwendigen Maßnahmen gezielt und systematisch auf den Weg bringen.“

 

Der Landrat dankte auch den Einsatzkräften: „Ein herzlicher Dank gilt allen, ob ehrenamtlich oder hauptamtlich, die sich bisher so intensiv darum gekümmert haben, dass wir in der Bewältigung der schweren Situation weiter vorankommen!“

 

Die Kreisverwaltung informiert fortlaufend über neue Erkenntnisse und notwendige Maßnahmen. Bei Auffälligkeiten und erkennbaren Schäden bittet die Kreisverwaltung um eine Nachricht mit der genauen Bezeichnung der Fläche an
umweltschaden@rheinhunsrueck.de.

 

Bürgerinnen und Bürger können sich jederzeit unter www.kreis-sim.de/Dieselaustritt über den aktuellen Stand informieren. Dort sind die wichtigsten Informationen gebündelt abrufbar.

 

Artikel vom 12. März: https://www.wochenspiegellive.de/rhein-hunsrueck-kreis/artikel/diesel-leck-bei-wiebelsheim-loest-grosseinsatz-aus-ermittlungen-laufen