Robert Syska

Fast drei Millionen Besucher: Geierlay feiert runden Geburtstag

Mörsdorf. Was mit einer kühnen Idee begann, ist heute ein Besuchermagnet in luftiger Höhe: Die Hängeseilbrücke Geierlay feiert ihr zehnjähriges Jubiläum. Bis heute zählte sie rund 2,9 Millionen Besucher.

Mystisch wirkt die Geierlay in den Herbst- und Wintertagen. Besucher lockt sie zu jeder Jahreszeit in die Region.

Mystisch wirkt die Geierlay in den Herbst- und Wintertagen. Besucher lockt sie zu jeder Jahreszeit in die Region.

Bild: Touristikbüro Geierlay

Am 3. Oktober 2015 wurde in Mörsdorf ein mutiges Projekt eröffnet: Eine 360 Meter lange Hängeseilbrücke, die allen Unkenrufen zum Trotz heute eine bundesweit bekannte Touristenattraktion ist. Das belegen auch die Zahlen. Rund 2,9 Millionen Besucher haben seither das luftige Abenteuer über dem Mörsdorfer Bachtal gewagt.

    Die Geierlay war nie einfach »nur« eine Brücke und musste auch Kritik einstecken. Bereits 2006 wurde die Idee einer Hängeseilbrücke im Rahmen eines Workshops zur Dorfentwicklung vorgestellt. Das Urteil damals: nicht realisierbar. Die Idee war allerdings in der Welt und 2010 griffen die drei Mörsdorfer Ingo Börsch, Hans-Peter Platten und der jetzige Ortsbürgermeister Marcus Kirchhoff diese wieder auf. In einer ehrenamtlichen Projektgruppe wurde das Konzept weiter vorangetrieben. Nachdem ein Grundsatzbeschluss zum Bau der Brücke im Gemeinderat gefasst wurde, gab man  eine Machbarkeitsstudie in Auftrag Diese kam zu dem Schluss: Die Brücke ist realisierbar und nicht nur technisch machbar, sondern wirtschaftlich sinnvoll.

    Der nächste Schritt war die Sicherung der Finanzierung. Ein Netzwerk aus Gemeinde, Verbandsgemeinde, Land und EU machte es möglich. Letztlich flossen 1,14 Millionen Euro Förderung für die rund 1,3 Millionen Euro an Baukosten. Der Bauantrag wurde Ende 2014 erteilt, sodass im Mai 2015 mit dem Bau der Geierlay begonnen werden konnte.

    In nur sechs Monaten Bauzeit entstand ein technisches Meisterwerk aus 120 Tonnen Stahl und rund 1 200 Holzbohlen. 16 Trageseile halten die 100 Meter über dem Tal schwebende Lauffläche sicher in Position. Die filigrane Konstruktion misst lediglich 85 Zentimeter in der Breite. Die Geierlay ist durchgehend kostenfrei begehbar – Tag und Nacht, zu jeder Jahreszeit. Kosten entstehen Besuchern, wie bei Touristenattraktionen üblich, fürs Parken.

    In der Region gab es trotz Machbarkeitsstudie auch Zweifel an dem Erfolg. Immer wieder war zu hören: »Wer fährt denn für eine Brücke in den Hunsrück?« Die Antwort gab es dann direkt zur Eröffnung. Der Besucheransturm war groß und überraschte selbst die Initiatoren. Alleine bis Ende Oktober verzeichnete man mehr als 55 000 Besucher. Heute sind es jährlich rund 320 000. Der Spitzenwert stammt aus dem Jahr 2022 mit über 415 000 Gästen.

    Ganz im Zeichen eines waschechten Besuchermagneten konnte selbst die Corona-Pandemie den Strom der Besucher nicht aufhalten. Laut der Statistik, die unter www.geierlay.de veröffentlicht wird, wurden bisher 2 913 977 Besucher gezählt (Stand: August 2025). So könnte schon Ende des Jahres die Drei-Millionen-Marke geknackt werden. Spätestens Anfang 2026 wird es soweit sein.

    Der Erfolg ist für Mörsdorf auch finanziell messbar. Mit jährlich rund 950 000 Euro aus Parkgebühren und Windkraftpacht investiert die Gemeinde in Zukunftsprojekte für die Dorfentwicklung, von Schule und Kita bis zum Mehrgenerationenhaus »Mörs:Dorf«, erklärt das Touristikbüro der Geierlay. 

    Zum Brückenjubiläum wartet Mörsdorf mit neuen Ideen auf: Veranstaltungen am Brückenkopf, das Outdoor-Escape-Spiel »Der Schatz der fünf Wächter« und neue Wanderwege, wie die »Geierlay-Waldrandrunde«. Wandern ist ohnehin ein guter Stichpunkt, der sicher zum Erfolg der Geierlay beiträgt. Unser Landkreis liegt in der Premium-Wanderregion Saar-Hunsrück. So führt die 19. Etappe des Saar-Hunsrück-Steigs nach Mörsdorf und zur Brücke. Das Besucherzentrum ist nicht weit von Traumschleifen und Rundwegen entfernt. Damit ist die Hängeseilbrücke auch ein Wanderhighlight.

Die Geierlay ist längst mehr als ein Fotomotiv. Sie ist ein Erlebnis. So könnte man nach zehn Jahren Bilanz ziehen.


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