

Nachdem das erste Tivoli, damals im Privateigentum, 1958 abbrannte, wurde innerhalb weniger Monate ein neues Gebäude mit Saal, Gastronomien, Fremdenzimmern und Kino hochgezogen. Davon kann man heute nur träumen. Nachdem die Stadthalle am 17. September 2022 Opfer der Flammen wurde, ist rund dreieinhalb Jahre später zumindest die Brandruine abgerissen.
Jetzt rücken auch die Bauarbeiten endlich näher. Innenminister Michael Ebling hat Bürgermeister Christian Keimer einen Förderbescheid in Höhe von 5,6 Millionen Euro aus dem rheinland-pfälzischen Investitionsstock 2025 überreicht. »Mein Herz springt«, sagte Keimer. »Endlich können wir die Stadthalle bauen. Ohne eine so gute Förderung wäre der Neubau nicht umsetzbar.«
»Wie wichtig die Stadthalle für Kastellaun und die Region ist, wurde mir während der Feierlichkeiten zum Jubiläum zu 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr im letzten Jahr bewusst«, betonte Ebling. »Alle Begleitgespräche drehten sich neben dem Jubiläum um die Stadthalle. Nun wird ein vielseitig nutzbarer Mittelpunkt für das Vereinsleben geschaffen, an dem zukünftig neben Fastnachtsveranstaltungen und Konzerten auch private Feiern stattfinden können - ein moderner Ort der Begegnung.«
Die Stadt hatte den alten Gebäudekomplex, mit Ausnahme des Kinos, Anfang der 1980er Jahre von der Familie Wolf erworben. Anfang 2018 übernahm die Stadt auch die Räumlichkeiten des ehemaligen Kinos. Damit machte man den Weg frei für einen Neubau der Stadthalle. Kurz bevor die Ergebnisse des Architektenwettbewerbs im Tivoli der Öffentlichkeit präsentiert werden sollten, fiel das Gebäude im September 2022 den Flammen zum Opfer.
Mit der nun bewilligten Förderung ist der Neubau nun möglich. Die Baukosten sind aktuell mit 15,5 Millionen Euro geschätzt (inklusive zehn Prozent Risikozuschlag). Der Zeitplan sieht nun die Ausschreibung der Bauleistungen im dritten Quartal und den Beginn der Bauarbeiten im Frühjahr 2027 vor. Für die Bauarbeiten selbst sind dann rund 18 Monate vorgesehen. Wenn alles gut verläuft, könnte also Ende 2028 das neue Tivoli eingeweiht werden.
Die Planung wurde erstellt von Zaeske Architekten aus Wiesbaden (Freianlagenplanung: Büro Kamphausen aus Wiesbaden). Der Entwurf setzt den Wunsch der Stadt nach einer städtebaulichen Dominanz der Burg, besonders treffend um. Architekt Luigi Pennella stellte die Planung vor. Geplant ist eine Stadthalle mit einem großen Saal mit rund 600 Quadratmetern, der im Verhältnis 1/3 zu 2/3 teilbar ist. Dieser bietet Platz für mehr als 520 Personen an Tischen, stehend 780.
Neben den erforderlichen Nebenräumen und einem lichtdurchfluteten Foyer, ist ein kleiner Saal vorgesehen mit rund 80 Quadratmetern, der für Vereine oder kleinere Feiern verwendet werden kann. Darüber hinaus zeichnet sich die Planung durch einen Blick auf die Burg aus, der aus beiden Sälen möglich ist.
Die Konstruktion des neuen Gebäudes inkorporiert Stampflehm, Holz und Stahlbeton. Alle Flachdachaufbauten werden als Gründach in Form eines Naturdaches ausformuliert. Die geneigte Dachfläche des Saalbaukörpers erhält eine dachintegrierte Photovoltaik-Anlage. Zum Heizen und Kühlen setzt die Stadt auf Geothermie (Erdwärme / -kälte).




