Andreas Bender

Jobmesse für Zugewanderte: Hohe Qualität der Gespräche und starke Motivation

Simmern. Die zweite Jobmesse für Zugewanderte am 4. März in der Hunsrückhalle hat erneut gezeigt, welche Bedeutung persönliche Begegnungen zwischen Unternehmen und Zugewanderten für die regionale Arbeitsmarktintegration haben.

Rund 650 Besucher*innen nutzten die Gelegenheit, sich bei den fast 50 ausstellenden Unternehmen in der Hunsrückhalle über berufliche Möglichkeiten, Ausbildungsplätze und konkrete Jobangebote zu informieren. Über zehn Anlaufstellen berieten zudem zu Anerkennung, Qualifizierung und Einstiegspfaden. Obwohl die Besucherzahl etwas geringer ausfiel als im Vorjahr, waren die Gespräche dieses Mal besonders intensiv und zielgerichtet. Viele Menschen kamen gut vorbereitet, brachten vollständige Bewerbungsunterlagen mit und suchten klar strukturiert nach Ausbildungs-, Qualifizierungs- oder Arbeitsmöglichkeiten. Veranstalter der Messe war der Regionalrat Wirtschaft Rhein-Hunsrück e. V. im Rahmen der Standortinitiative GELOBTES LAND.

 

Ministerin Dörte Schall zeigte sich beeindruckt

Zu den Gästen der Veranstaltung gehörte auch die rheinland-pfälzische Ministerin für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung, Dörte Schall, die sich nach einem Grußwort und dem Hinweis auf die Bedeutung der Arbeitsmarktintegration von Zugewanderten viel Zeit für einen Rundgang nahm. Sie zeigte sich beeindruckt davon, wie gut vorbereitet viele der Messegäste waren und wie motiviert sie in die Gespräche gingen. Zudem betonte sie, dass sich die Teilnahme für Arbeitgeber spürbar auszahle, und hob hervor, wie wertvoll es sei, dass Menschen und Unternehmen in diesem Format unmittelbar miteinander ins Gespräch kämen.

 

Veranstalter und Partner ziehen positive Bilanz

Achim Kistner, Geschäftsführer beim Regionalrat Wirtschaft, und Hannah Wagner, die die Messe im Rahmen von GELOBTES LAND organisiert hatte, ziehen ein positives Fazit: „Im Vergleich zum vergangenen Jahr haben wir zwar etwas weniger Besucherinnen und Besucher verzeichnet, dafür aber deutlich intensivere und zielgerichtetere Gespräche erlebt. Für Arbeitgeber lohnt es sich klar, vor Ort zu sein – die Messe zeigte auch dieses Jahr aufs Neue, wie viel Potenzial in den Menschen steckt, die im Rhein-Hunsrück-Kreis neu ankommen und hier beruflich Fuß fassen möchten. Unsere Aufgabe ist es, diese Talente sichtbar zu machen und Menschen und Unternehmen zusammenzubringen. Die positiven Rückmeldungen von Betrieben und Partnern bestätigen uns darin und zeigen, dass die Jobmesse genau den richtigen Rahmen dafür bietet.“

 

Auch von Seiten der Partner kamen durchweg positive Rückmeldungen. Ghandi Eleyow, Projektverantwortlicher für Anerkennung und Fachkräftesicherung bei der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach, schilderte, dass er während seiner Beratungsgespräche bei vielen Besucher*innen eine hohe Motivation wahrgenommen habe. Er betonte, dass insbesondere Praktika, Hospitationen und betriebliche Erprobungen gute Möglichkeiten darstellen, um den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern und den Übergang in Beschäftigung nachhaltig zu gestalten. Seine Einschätzung wurde von den beteiligten Institutionen geteilt, die ebenfalls die gute Vorbereitung und die hohe Zielgerichtetheit vieler Messegäste hervorhoben. Zu den Partnern gehörten die Industrie- und Handelskammer Koblenz, die Handwerkskammer Koblenz mit der KAUSA-Landesstelle, die Kreishandwerkerschaft Rhein-Nahe-Hunsrück, das Jobcenter Rhein-Hunsrück, die Agentur für Arbeit Bad Kreuznach, die Volkshochschule Hunsrück sowie die Kreisverwaltung des Rhein-Hunsrück-Kreises.

 

Unternehmen berichten von konkreten Bewerbungen und guten Gesprächen

Auch zahlreiche Unternehmen berichteten von besonders konstruktiven Gesprächen und einer Vielzahl an noch während der Messe überreichten Bewerbungsunterlagen. Viele Betriebe nutzten die Gelegenheit, um potenzielle Arbeits- und Fachkräfte kennenzulernen, und vereinbarten bereits erste Gesprächstermine sowie betriebliche Kennenlerntage. Die gezielte Vorbereitung vieler Messegäste, ihre klar formulierten Ziele und ihr offenes Interesse an verschiedenen Einstiegspfaden wurden von den Unternehmen durchweg positiv bewertet. So auch der Ausbilder der CompAir: „Wir haben mindestens 20 interessante Gespräche mit motivierten Menschen geführt.“ Auch bei GOLDBECK war man positiv gestimmt: „Wir waren letztes Jahr schon hier und hatten einen unheimlich großen Zulauf, es sind sehr gute Gespräche entstanden, auch heute wieder. Wir hoffen darauf, dass wir hier gute Mitarbeiter rekrutieren können.“ 

 

Ausblick

In den kommenden Monaten wird der Regionalrat Wirtschaft gemeinsam mit den Partnerinstitutionen evaluieren, wie die Jobmesse künftig gestaltet und weiterentwickelt werden kann. Dabei werden auch die veränderten Rahmenbedingungen berücksichtigt – etwa die rückläufigen Asylantragszahlen, die insgesamt geringere Zuwanderung und der erfreuliche Umstand, dass viele Zugewanderte inzwischen erfolgreich im Arbeitsmarkt Fuß gefasst haben. Die diesjährige Messe hat zugleich gezeigt, dass zielgerichtete Matching-Formate weiterhin wichtige Chancen eröffnen und sowohl für Unternehmen als auch für Bewerber*innen echte Mehrwerte schaffen. Darauf aufbauend soll das Format so weitergedacht werden, dass es auch in Zukunft wirksam zur regionalen Fachkräftesicherung und zu gelingender Integration beitragen kann.