Andreas Bender

Ganzheitliches Wohnen: Neue Nutzungs des ehemaligen StoV-Geländes in Kastellaun

Kastellaun. Auf dem ehemaligen StoV-Gelände in der Bahnhofstraße in Kastellaun entstehen in zwei Bauabschnitten rund 35 bis 40 Wohneinheiten für junges und altersgerechtes Wohnen sowie für Menschen mit Beeinträchtigung.

Vertreter der Lebenshilfe, von Schneider Bau und der Stadt Kastellaun informierten sich vor Ort über den Start der Sanierungsarbeiten.

Vertreter der Lebenshilfe, von Schneider Bau und der Stadt Kastellaun informierten sich vor Ort über den Start der Sanierungsarbeiten.

Bild: Andreas Bender

In den nächsten Jahren wird auf dem 7 400 Quadratmeter großen Gelände in der Bahnhofstraße saniert und neu gebaut. Aktuell werden im ersten Bauabschnitt die beiden Gebäude direkt an der Bahnhofstraße entkernt und mit Blick auf die neuen Bedarfe umgebaut. »Die Bausubstanz ist so gut, dass eine Kernsanierung am sinnvollsten ist«, sagt Michel Schneider, Geschäftsführer von Schneider Bau aus Merxheim (Nahe). Das Unternehmen hatte der Stadt das Gelände 2024 abgekauft, inklusive der Auflage des Bundes, auch sozialen Wohnraum zu schaffen.

Dieser entsteht vorrangig im ehemaligen Lager- und Magazingebäude. »Hier entsteht ein neuer, dringend benötigter Lebensraum für 14 junge Menschen mit Beeinträchtigung, die künftig in individuell zugeschnittenen Wohngemeinschaften ein Zuhause finden werden«, erklären Annika Bohn und Christian Friedrich, Geschäftsführer der Lebenshilfe Rhein-Hunsrück. »Die Nachfrage ist groß.« Die Mietpreise können hier durch eine Förderung der ISB (Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz) auf einem günstigen Niveau von rund 6,50 Euro gehalten werden.

Die Lebenshilfe übernimmt zudem Räume im Nachbargebäude, das bis 1971 als Volkshochschule und später als Standortverwaltung (StoV) der Bundeswehr diente. Im Erdgeschoss nutzt die Lebenshilfe später Räumlichkeiten für die Tagespflege des Mobilen Sozialen Familiendienstes (MSFD). In den oberen Etagen werden zwei weitere Wohneinheiten sowie Büroräume eingerichtet. Dabei wird die historische Fassade nicht verändert, sondern soll in neuem Glanz erstrahlen.

Rund 4,2 Millionen Euro sind für den ersten Bauabschnitt veranschlagt. Bis September 2027 sollen die Sozialwohnungen fertiggestellt sein. Danach sollen möglichst zügig die Arbeiten auf dem restlichen Areal (Bauabschnitt 2) beginnen. Bis dahin wird noch an der konkreten Planung gefeilt. Es gibt bereits Überlegungen und Ideen, allerdings will man »den Bedarf in der Region beachten und entsprechend Wohneinheiten schaffen«, so Michel Schneider.

Es entsteht ein ganzheitliches Konzept für junges und altersgerechtes Wohnen. Fest steht, dass die alten Gebäude im zweiten Bauabschnitt abgerissen werden. Hier sollen dann rund 20 bis 25 neue Wohneinheiten entstehen. Im Raum steht die Idee einer Kombination aus Doppelhaushälften (für Familien) und weiteren Wohneinheiten, möglicherweise teils als Mietwohnraum, teils als Eigentumswohnungen. Auch das Areal an sich soll unter anderem mit mehr Begrünung aufgewertet werden.