Andreas Bender

Gartenkunst erlebbar machen: 20 Jahre GartenRoute Hunsrück-Mittelrhein

Rhein-Hunsrück. Die GartenRoute Hunsrück-Mittelrhein blickt dieses Jahr auf 20 Jahre erfolgreicher Gartenpräsentation zurück und bietet jährlich mehrere Gelegenheiten, fremde Gärten zu erkunden.

Die GartenRoute Hunsrück-Mittelrhein bietet jährlich mehrere Gelegenheiten, Gärten von Mitgliedern zu erkunden - vom Rosengarten bis zu Flächen mit Freiland-Kakteen.

Die GartenRoute Hunsrück-Mittelrhein bietet jährlich mehrere Gelegenheiten, Gärten von Mitgliedern zu erkunden - vom Rosengarten bis zu Flächen mit Freiland-Kakteen.

Bild: GartenRoute Hunsrück-Mittelrhein

Die Initiative entstand 2005, als sich auf Anregung des Landfrauenverbands Rhein-Hunsrück erste Gartenbesitzerinnen und -besitzer zusammenschlossen. Schon damals beteiligten sich über 20 Gärten. Nach der Gründung einer Interessengemeinschaft startete die GartenRoute 2006 offiziell mit ihren Aktivitäten.

 

Das erste Programm war noch schlicht gestaltet: Ein kleines Faltblatt informierte über wöchentliche Gartenführungen sowie die »Tage der offenen Gärten« Anfang Juli. Während die Führungen bis heute 5 Euro kosten, ist der Eintritt an den Tagen der offenen Gärten weiterhin frei. Aufgrund veränderter Vegetationszeiten finden die Tage der offenen Gärten inzwischen bereits Mitte Juni statt.

 

Im Laufe der Jahre wurden die Führungen immer wieder kreativ erweitert – etwa durch Theaterstücke, Poesie, Musik oder kulinarische Kostproben aus den Gärten. So entstand ein lebendiges Zusammenspiel aus Gartenkultur, Naturerlebnis und geselligem Austausch.

 

Doch was bewegt Menschen überhaupt dazu, sich intensiv mit einem Garten zu beschäftigen? Für viele ist er Rückzugsort und Ausgleich zum Alltag, für andere eine Quelle von Energie und Kreativität. Nicht selten hört man: »Der Garten hält uns jung.« Für viele ist er zudem ein Experimentierfeld mit der Natur und letztlich ein Stück Lebensglück, das man gerne mit anderen teilt.

 

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor der GartenRoute sind die qualifizierten Gartenführerinnen. Parallel zur Gründung bot das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Oppenheim eine fundierte Ausbildung an, die sich als Glücksfall erwies. Über ein halbes Jahr hinweg wurden Kenntnisse in Pflanzenkunde, Gartengestaltung, Kulturgeschichte und Gästeführung vermittelt. Nach erfolgreicher Prüfung begleiten die zertifizierten Führerinnen die Besucher mit Fachwissen, Geschichten und Anekdoten durch die Gärten.

 

Da im Laufe der Zeit einige Führerinnen ausschieden, wurden weitere Ausbildungsangebote organisiert, unter anderem 2009 sowie später in Eigenregie des Vereins. Noch 2020 konnten acht neue Gartenführerinnen ausgebildet werden. Neben den Führungen spielen auch Öffentlichkeitsarbeit, Gemeinschaft und Weiterbildung eine wichtige Rolle. Früh wurde eine Internetpräsenz eingerichtet, die regelmäßig aktualisiert wird und große Resonanz erfährt. Darüber hinaus präsentierte sich die GartenRoute bei zahlreichen Veranstaltungen und Gartenevents, etwa auf Pflanzenmärkten oder beim Tag des Gartens auf der Bundesgartenschau 2011 in Koblenz.

 

Das Vereinsleben wird durch regelmäßige Stammtische, gemeinsame Exkursionen und Weiterbildungsfahrten in andere Regionen bereichert. Ziele waren unter anderem die Pfalz, das Elsass, die Niederlande oder England. Auch Projekte, beispielsweise an Schulen, sowie Vorträge zu ökologischen Themen gehören zum festen Bestandteil der Arbeit.

 

Die GartenRoute lebt von ihrer Vielfalt: romantische Hausgärten, Nutzgärten, Kräuterparadiese oder naturnahe Anlagen bieten Inspiration und Erholung gleichermaßen. Manche Besucherinnen und Besucher lassen sich so begeistern, dass sie später selbst Teil der GartenRoute werden und ihre Gärten öffnen.

 

Weitere Informationen, sowie alle Termine im Jahr 2026: www.gartenroute-hunsrück-mittelrhein.de