Andreas Bender

5. Update: Uweltschaden nach Dieselaustritt bei Wiebelsheim

Rhein-Hunsrück. Seit dem Dieselaustritt an einer unterirdischen Pipeline im Bereich Wiebelsheim Mitte März 2026 werden die Umweltfolgen weiterhin intensiv untersucht und bewertet. Folgend ein Update vom 15. Mai.

Bachlauf mit Ölsperren.

Bachlauf mit Ölsperren.

Bild: Kreisverwaltung Rhein-Hunsrück-Kreis / Niclas Fröhlich

Die umfangreichen Sofortmaßnahmen wurden unmittelbar nach Bekanntwerden des Schadens veranlasst sind überwiegend abgeschlossen. Ein Maßnahmenkatalog mit rund 40 Einzelmaßnahmen ist erstellt und wird regelmäßig angepasst, insbesondere bei Hinweisen der Bevölkerung sowie bei veränderten Wetterverhältnissen. Grundsätzlich beginnen die Maßnahmen am Schadensort und erstrecken sich bachabwärts. Einzelmaßnahmen können voneinander abhängig sein.

 

Im Bereich der Schadensstelle wurde Erdreich im erheblichen Umfang fachgerecht entfernt. Bis zur Mündung in den Simmerbach wird der Gewässerbereich durch Entfernung belasteten Bodenmaterials in einem aufwändigen Verfahren gereinigt. Im Abschnitt des Grabens nahe der Autobahn A61 werden Gehölz und Bewuchs beseitigt; der Graben wird gespült. Anschließend folgen weitere Reinigungsarbeiten unterhalb der Autobahn bis zum Simmerbach. Am Spielplatz in Kisselbach ist geplant, randlichen Bewuchs mit einem Bagger zu entfernen, um den Dieselgeruch zu beseitigen, der sich überwiegend zu einem nur noch schwachen bis nicht mehr wahrnehmbaren Wert reduziert hat.

 

Es werden weiterhin Wasserproben durchgeführt. Da die bisherigen Ergebnisse eine stabile Tendenz und keine auffälligen Werte zeigen, erfolgen Beprobungen nicht mehr täglich, sondern zwei Mal wöchentlich. Bei stärkeren Niederschlägen kann eine individuelle Abstimmung erfolgen. Außerdem fanden Drohnenbefliegungen durch ein Ingenieurbüro zwischen Steinbach und Kisselbach statt, um betroffene Flächen für eine Schadensbewertung und gezielte Beprobung besser erfassen zu können.

 

Die Untere Naturschutzbehörde geht davon aus, dass Vögel verendete Fische aus dem Gewässer entfernt haben. Da die Fische infolge Beeinträchtigung der Kiemen-funktion erstickt sind, ist davon auszugehen, dass eine Aufnahme von Diesel gering war und erhebliche Auswirkungen auf Vogelarten unwahrscheinlich sind. Die Biber zeigen sich weiterhin aktiv. Ein fortlaufendes Monitoring ist derzeit nicht vorgesehen. Die Untere Naturschutzbehörde steht jedoch weiterhin im regelmäßigen Austausch mit dem Bibermanagement Rheinland-Pfalz. Bei Bedarf kann das Monitoring erneut verstärkt werden, um Verhalten und Aktivität der Tiere zu dokumentieren.

 

Die Kreisverwaltung informiert fortlaufend über neue Erkenntnisse und notwendige Maßnahmen. Bei Auffälligkeiten und erkennbaren Schäden bittet die Kreisverwaltung um eine Nachricht mit der genauen Bezeichnung der Fläche an umweltschaden@rheinhunsrueck.de.

 

Bürgerinnen und Bürger können sich jederzeit unter kreis-sim.de/Dieselaustritt über den aktuellen Stand informieren. Dort sind die wichtigsten Informationen gebündelt abrufbar.