

Nach gut 20 Jahren ist das Wahrzeichen wieder im Besitz der Stadt: Der Kirchberger Wasserturm. Nun soll dieser in den nächsten Jahren saniert werden, damit er wieder im neuen beziehungsweise historischen Glanz erstrahlt. Aktuell ist das Gelb des Turms an vielen Stellen nicht mehr gelb - er wirkt schon von weitem nicht mehr ansehnlich. "Die Zeit war reif. Es gibt eine große Zustimmung seitens der Bevölkerung und im Stadtrat", sagt Stadtbürgermeister Werner Wöllstein. "Ich bin froh, dass der Stadtrat beschlossen hat, den Turm zurückzukaufen und Ende Mai der Kaufvertrag unterzeichnet wurde." Letztlich hat man sich mit dem bisherigen Besitzer auf einen Kaufpreis von 100 000 Euro geeinigt. Das war aber nur der erste Schritt.
Als nächstes stehen Sanierungsarbeiten an. Diese sind auch die Motivation hinter dem Kauf: Das Wahrzeichen soll nicht vergammeln. Eine Sanierung ist unumgänglich. Der 125 Jahre alte Wasserturm ist in die Jahre gekommen - nicht nur optisch. "Zum einen muss der Außenputz komplett runter und fachmännisch neu hergerichtet werden", sagt Wöllstein. "Aber auch die Dächer von Turm und Anbau müssen nachgebessert werden, inklusive der Regenrinnen. Die Abdichtung der Backsteinkränze gehört ebenfalls dazu." Der Beigeordnete Ernst Ludwig hebt hervor: "Die Bausubstanz ist absolut in Ordnung. Das hat die Stadt im Vorfeld von Statikern und Baufachleuten überprüfen lassen."
Erste Schätzungen belaufen sich auf rund eine halbe Million Euro, um den Wasserturm wieder herzurichten. Die grundlegenden Beschlüsse sind gefasst, Gelder in den Haushalt eingestellt. Mit den Details und möglichen Förderungen befasst sich der Stadtrat intensiv. Das gilt auch für die weitere Nutzung. Ideen gibt es bereits. "Ein interaktives Museum steht im Raum - zum Thema Wasser und Elektrizität", so der Bürgermeister. Beides ist historisch gesehen eng verknüpft am Standort. Kirchberg hatte 1904 hinter dem Wasserturm ein E-Werk angesiedelt.
"Allerdings sind wir eingeschränkt durch den geringen Platz im Turm", sagt der Beigeordnete Manfred Kahl. "Die Mauern sind dick, daher muss das Konzept an den eingeengten Innenraum angepasst werden." Auch für Ideen aus der Bevölkerung ist man offen.
Eine letzte Frage dreht sich um den neuen Anstrich. Das heutige Gelb stammt vom letzten Anstrich des Vorbesitzers. Historisch war der Wasserturm weiß, was die roten Backsteinkränze besonders hervorhebt. So würde ihn Wöllstein am liebsten wieder sehen. "Welche Farbe der Turm erhält und wie er genutzt wird, darüber muss der Stadtrat in den nächsten Monaten entscheiden", betont der Bürgermeister. In Kirchberg rechnet man aktuell realistisch mit zwei bis drei Jahren für die genaue Planung, Ausschreibung und Umsetzung der Arbeiten, damit das Kirchberger Wahrzeichen wieder in neuem Glanz erstrahlt.



