

Die Folgen des Klimawandels haben den Rhein-Hunsrück-Kreis und seine Kommunen längst erreicht. Seit rund einem Jahr beschäftigt sich der Landkreis intensiv mit dem Thema Klimaanpassung. Im Frühjahr 2025 startete ein vom Bund gefördertes Projekt zur Erstellung eines Konzeptes zur nachhaltigen Klimaanpassung. Nach Einstellung der Klimaanpassungsmanagerin Eva Desch und der Vergabe des Auftrages an das Fachplanungsbüro EnergyEffizienz GmbH aus Lampertheim prüft das Team um Frau Desch in definierten Arbeitspaketen, wo und wie Hitze, Dürre, Starkregen oder Biodiversitätsverlust hier im Landkreis konkret begegnet werden müssen.
Nach vorangegangenen Treffen fand ein Workshop zum Thema „Betroffenheit“ im Kreishaus statt. Über 40 Akteure aus relevanten Fachgebieten erarbeiteten die Betroffenheiten des Kreises. Aus vorangegangenen Analysen kristallisierten sich die Handlungsfelder Bauwesen, Forst- und Landwirtschaft sowie Menschliche Gesundheit und Biodiversität heraus. Innerhalb dieser Handlungsfelder wurden konkrete Folgen wie die stärkere Variabilität der Wasserverfügbarkeit, die Zunahme von blockierenden Wetterlagen oder die Veränderung der Artenzusammensetzung auf mögliche Betroffenheiten geprüft. Die Teilnehmenden bewerteten das Gesamtrisiko der Betroffenheiten im Landkreis bezüglich der Menschlichen Gesundheit und beim Bauwesen im Durchschnitt mit mittel bis hoch, im Bereich Forst- und Landwirtschaft sowie Biodiversität eindeutig mit hoch. Das legt offen, dass der Rhein-Hunsrück-Kreis in den betrachteten Handlungsfeldern stark von den Folgen des Klimawandels betroffen ist.
Die Veranstaltung endete in einer lebhaften, fachübergreifenden Diskussion im Plenum, die den notwendigen Wissenstransfer und die enge Verzahnung aller Bereiche bei der Klimaanpassung verdeutlichte. „Ich freue mich sehr, dass Experten der Kreisverwaltung, der Stadt Boppard und aller vier Verbandsgemeinden, der drei Forstämter Boppard, Kastellaun und Simmern, der Landwirtschaftskammer, aus Tourismus und Abfallwirtschaft sowie der VG-Werke ihr Wissen in den Workshop eingebracht haben“, so Landrat Volker Boch.
Die Ergebnisse des Workshops dienen der nächsten Phase, in der konkrete Maßnahmen für die Klimaanpassung entwickelt werden – ein wichtiger Meilenstein im Rahmen der Konzepterstellung. Zudem werden in weiteren Arbeitspaketen Strategien zur Kommunikation, zur Verstetigung der Maßnahmen und zum Controlling erarbeitet. Das fertige Konzept Klimaanpassung soll im Frühjahr 2027 vorgestellt werden.




