Andreas Bender

Trierer Weihbischof feiert Gottesdienst in renovierter Kirche in Lingerhahn

Lingerhahn. Seit Sommer fanden in der Kirche St. Sebastian in Lingerhahn umfangreiche Sanierungsmaßnahmen statt. Diese wurden durch einen Gottesdienst mit dem Trierer Weihbischof Robert Brahm am Heiligabend beendet.

Die Sanierung von Rissen in der Decke und an Wänden des Bruchsteinbaus, dessen Ursprung auf das Jahr 1773 zurückgeht, wurde durchgeführt, ein neuer Anstrich angebracht, der Holzboden aufgearbeitet, die Elektroinstallation erneuert und Lampen ausgetauscht sowie die Mikrofonanlage modernisiert.

 

In seiner Predigt ging Brahm auf Hoffnungszeichen in einer herausfordernden Zeit ein. „Trotz hoffnungsfroher Zeichen – wie die Innenrenovierung hier – sind viele Menschen erschöpft“, weiß Weihbischof Brahm durch viele Gespräche. „Ich erlebe bei so vielen Menschen diesen Zustand der Erschöpfung, des Ausgebrannt-Seins, des ‚Ich kann nicht mehr!‘“. Auslöser für dieses Gefühl seien Stress und wenig Wertschätzung im Beruf, finanzielle Sorgen, eine Überforderung bei der Kindererziehung oder eine zerbrochene Beziehung.

 

„Es fühlt sich an, wie es der Prophet Jesaja beschreibt: Das Volk, das in der Finsternis ging, das einen schweren Rucksack zu schleppen hat“, nahm Brahm während der Christmette Bezug auf den Lesungstext aus der Bibel. „Vielleicht ist es bei uns ja auch so: Wir sind erschöpft! Wie Maria. Wie Josef. Wir tappen oft im Dunkeln – in vielerlei Hinsicht. Aber vielleicht tragen wir in uns ja auch wenigstens die Sehnsucht nach der Sehnsucht vom Licht, nach einer Perspektive – vielleicht sogar nach Gott?“, sagte der Weihbischof. Denn trotz Erschöpfung und Krisen, „feiern wir Weihnachten, wie jedes Jahr“, gab Weihbischof Brahm zu bedenken. Denn von Jesus, der in einem Stall in Betlehem geboren wurde, gehe bereits als Kind ein Licht aus.

 

„Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel Kraft junge Eltern in sich tragen, wie sie das alles stemmen, wenn ein Kind zur Welt kommt, oder wenn es das zweite oder dritte Kind ist. Trotz Beruf, Haushalt, das häufige Kranksein der Kinder – gerade in dieser Jahreszeit – all das stemmen junge Eltern! Weil Kinder selbst eine Lichtquelle der Hoffnung sind.“ So seien viele junge Eltern, aber auch weitere Menschen „erschöpft und müde, aber doch auch dankbar.“ Dieses Gefühl vermute er auch „für die Gruppe Menschen in unserer Mitte, die St. Sebastian wieder so hergerichtet, aufgeräumt und gereinigt haben, dass wir alle heute hier froh und in neuem Glanz das Weihnachtsfest feiern können“, mit diesen Worten dankte Weihbischof Brahm allen Engagierten und wünschte allen Gottesdienstteilnehmenden ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest.


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