

Einmal im Leben eine Alpenüberquerung zu bewältigen: Das war immer ein Traum von Claudia Herr aus Michelbach. Gemeinsam mit einer Freundin buchte sie »Die Alpenüberquerung«, eine siebenetappige Streckenwanderung, die von ASI Reisen organisiert war. Eine Wanderung, die sie Interessierten empfehlen kann.
»Wir waren im September unterwegs. Das bietet den Vorteil, dass die Wege nicht so überlaufen sind«, rät Claudia. Die Berge sind schneefrei, die Almhütten offen. Doch noch eine Überraschung hält die spätsommerliche Jahreszeit bereit. Die insgesamt 115 Kilometer lange Streckenwanderung begann in Gmund am Tegersee. Dort wurden Claudia und ihre Weggefährtin von einer Statuengruppe von Thomas Mann und seinem Hund begrüßt, die an seinen Sommeraufenthalt im Jahr 1918 erinnern sollte.
Durch grüne Buchenwälder auf hölzernen Stegen führte der Weg dann weiter zum Klosterbrauhaus. Dort belohnten sie sich mit Suppe, Schnittlauchbrot und alkoholfreiem Bier. Mit dem Boot setzten die Wanderinnen über nach Bad Wiessee, wo sie im Hotel Alpensonne abstiegen. »Das Hotel war sehr ordentlich und gemütlich – sehr zu empfehlen«, berichtet Claudia. Die Menüs der Hotels setzten sich sowohl aus traditionellen, deftigen Mahlzeiten als auch aus vegetarischen Gerichten zusammen. »Satt machten die Menüs in den Hotels immer«, sagt Claudia. Schon erwartete sie dort die nächste interessante Entdeckung: Eine Skulpturengruppe aus dem Gerz Atelier - aus Montabaur.
Per Bustransfer ging es zur 2. Etappe: Wildbad Kreuth. An Tag zwei regnete es fast durchgängig. »Davon haben wir uns jedoch nicht die Laune vermiesen lassen«, erzählt sie optimistisch. Sie empfiehlt unbedingt Bergstiefel, Wanderstöcke, warme Kleidung und einen Regenponcho, der den Wanderrucksack bedeckt. Die 3. Etappe von Achenkirch nach Maurach führte über den preisgekrönten Mariensteg am Achensee entlang. In Pertisau packte Claudia »erstmals die Ehrfurcht vor den hohen Bergen.« Auf dem Weg zum Berghotel Hochfügen mussten sie durch eine Kuhherde: »Das war respekteinflößend«, erinnert sich Claudia.
Nachdem sie im Berghotel übernachtet hatten und gefrühstückt hatten, erwartete sie dann eine weitere Überraschung. Dutzende von prunkvoll geschmückten und gekränzten Kühen mit den Aufschriften »Wir sind der Stolz des Bauern« und »Gott schütze Dich« trieben vorbei – der erste Almabtrieb, und damit ein weiterer Traum, der für die Wahl-Hunsrückerin in Erfüllung ging.
Die höchstgelegene Etappe lag mit 2.270 Höhenmetern zwischen Hochfügen und Melchboden. Doch die anfängliche Ehrfurcht Herrs verwandelte sich in Euphorie. »Ich war während der ganzen Wanderung einfach nur glücklich«, erinnert sich Claudia lächelnd. Die vorletzte Etappe führte vom Schleigeisspeicher über den Alpenhauptkamm, wo der ehemalige Gletscher landschaftlich an eine karge Mondlandschaft erinnerte. Nachdem sie das Dörfchen St. Jakob an der italienischen Grenze passiert hatten, freuten sich die Wanderinnen besonders über das »fantastische Buffet« im Boutique-Hotel in Sole in Sterzing, ihrer letzten Etappe.
Am Ende zieht Claudia Herr ein sehr postives Fazit ihrer Alpenüberquerung: »Träume sind dazu da, um ausgelebt zu werden.« Und auf Reisen macht man bekanntlich die schönsten Entdeckungen.




