

„Wann ist es denn bei euch soweit?“ Mit dieser Frage werden kinderlose junge Paare immer wieder konfrontiert. Was oft harmlos gemeint ist, kann schmerzhaft sein, wenn sich der sehnlichste Wunsch nach einem eigenen Kind nicht erfüllt. Um Betroffenen einen geschützten Raum für Austausch und Entlastung zu bieten, startet am Donnerstag, 26. Februar, um 19 Uhr in Halsenbach eine neue Gruppe für Frauen und Männer. Unter fachlicher Begleitung können sie über ihre Erfahrungen sprechen und gemeinsam Wege finden, mit der Situation umzugehen. Die Treffen finden im Pfarrhaus (Hinter dem Rathaus 2) statt und werden vom Arbeitskreis „Trauer“ des Pastoralen Raums Sankt Goar organisiert. Begleitet wird die Gruppe von Petra Liedtke und Diana Michel, beide ausgebildete Trauerbegleiterinnen.
„Betroffene Paare werden im Alltag ständig mit Bildern glücklicher Familien konfrontiert, allein schon in der Werbung, in Gesprächen oder im Bekanntenkreis“, sagt Diana Michel. „Doch ein eigenes Kind zu bekommen ist nicht selbstverständlich. Wenn dieser Traum platzt, endet ein ganzer Lebensentwurf, der nicht nur die eigene Zukunft nachhaltig verändert.“ Der Abschied von der Vorstellung eines eigenen Kindes ist für viele eine stille, kaum sichtbare Form der Trauer. „Es gibt verschiedene Arten von Verlust, die Trauer hervorrufen, und nicht alle haben mit Tod zu tun“, erklärt Petra Liedtke, die seit vielen Jahren Trauernde begleitet.
Neben der emotionalen Belastung kommen oft auch soziale Veränderungen dazu: Paare ziehen sich zurück, Freundeskreise können auseinanderbrechen, das eigene Selbstwertgefühl leidet. Auch Gefühle wie Neid auf scheinbar glückliche Familien können stark belasten. „Der unerfüllte Kinderwunsch kann Paare stark unter Druck setzen, manchmal zerbrechen sogar Partnerschaften“, sagt Petra Liedtke. „Umso wichtiger sind Gespräche, in denen alles ausgesprochen werden darf.“ Wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt, ist es wichtig, einen eigenen Weg zu finden, damit umzugehen. Der neue Gesprächskreis bietet dafür eine geschützte Plattform zum Austausch. „Wir möchten gemeinsam Perspektiven entwickeln, wie ein erfülltes Leben auch ohne eigenes Kind aussehen kann“, erklärt Diana Michel, die zusätzlich als systemische Beraterin tätig ist.
Eingeladen sind Einzelpersonen und Paare, unabhängig vom Alter. Denn das Thema kann auch später im Leben wieder aufbrechen, etwa wenn im Freundeskreis Enkelkinder geboren werden. „Alle, die sich angesprochen fühlen, sind herzlich willkommen, mit uns in Kontakt zu treten“, so die beiden Trauerbegleiterinnen.
„Uns ist es ein Anliegen, das Thema Trauer ins Gespräch zu bringen“, erklärt Petra Kollmar, Gemeindereferentin und hauptamtliche Koordinatorin des Arbeitskreises. Dem Arbeitskreis gehören neben Petra Liedtke und Diana Michel auch Anja Becker, Amely Kob und Karola Vogel an. Zum Programm gehören neben der Gruppe zum unerfüllten Kinderwunsch auch niedrigschwellige Begegnungsangebote auf Friedhöfen, Impulsnachmittage rund um Abschied und Neuanfang sowie begleitete Wanderungen durch die Natur. „Wir wollen Trauernde erstnehmen und ihnen zuhören“, dieser Grundsatz gelte für alle Treffen, so Petra Kollmar.
Näheres zu den Angeboten gibt es bei Petra Kollmar, E-Mail: petra.kollmar@bistum-trier.de, Tel.: 06747/5978897 oder online unter www.pr-sanktgoar.de.
Weitere Informationen und Anmeldung zur Gruppe „Unerfüllter Kinderwunsch“ gibt es bei Diana Michel per E-Mail an mail@lebenswege-michel.de. Auch Personen mit grundsätzlichem Interesse, für die Ort und Termin nicht passen, können sich gerne melden.




