Nico Lautwein

Hunderte Clowns versammeln sich in Trier für einen Weltrekordversuch 

Trier. Vor dem Rosenmontagszug hat sich in Trier-Süd ein außergewöhnliches Bild geboten: Hunderte als Clowns verkleidete Menschen versammelten sich an der Benediktinerabtei St. Matthias, um gemeinsam für ein Gruppenfoto zusammenzukommen.

Mit bunten Kostümen, Perücken, Hüten und Luftballons setzten sie ein farbenfrohes Zeichen – und nahmen anschließend auch am Rosenmontagsumzug teil.
Initiiert wurde die Aktion vom Verein Nestwärme gemeinsam mit dem Hüpfburgenverleih „Clownburg“. Ziel war es, die größte „Clown-Versammlung Deutschlands“ nach Trier zu holen. Der Rekordversuch ist beim Rekord-Institut für Deutschland (RID) angemeldet. Der bisherige Spitzenwert liegt bei 707 verkleideten Clowns, aufgestellt vom Clowns-Club „Rüd-à-Tüt“ im hessischen Neuberg. Mindestens 708 Teilnehmende mussten daher zeitgleich für ein Foto zusammenstehen, damit der Rekord nach Trier gehen kann.
Los ging es am Morgen um 10 Uhr. Ab 10.30 Uhr wurden die Clowns offiziell gezählt und fotografiert. Wie Petra Moske, geschäftsführende Vorständin und Mitgründerin von Nestwärme, im Vorfeld erklärte, war die Teilnahme unkompliziert organisiert: „Sie müssen lediglich am Anfang für etwa fünf Minuten zusammenstehen, damit der Rekord gewertet wird.“ Niemand sei verpflichtet gewesen, im Anschluss auch beim Umzug mitzugehen.
Warum die Aktion bewusst an Karneval stattfand, begründete Moske mit den verbindenden Kräften der fünften Jahreszeit. „Karneval verbindet. Jedes Jahr finden sich so viele Menschen auf der Straße zusammen“, sagte sie. Gleichzeitig solle die Aktion deutlich machen, wofür Nestwärme mit seinen Familien stehe: „Nämlich für Gemeinschaft, Solidarität und ein Miteinander, das trägt. Besonders dann, wenn das Leben herausfordernd ist.“ Der Clown sei dabei bewusst als Symbol gewählt worden. Er stehe für Wärme, Nähe und Zuversicht. „Er begegnet Menschen mit einem Lächeln – auch dort, wo Worte fehlen.“ Gemeinsam mit Uli Krugmann vom Clownburg-Verleih sei schnell klar gewesen, dass der Clown das passende Zeichen sei: „Ein einzelner Clown zaubert ein Lächeln – aber viele Clowns zusammen senden ein starkes Signal.“

Inklusion steht im Mittelpunkt der Aktion

Uli Krugmann, Schirmherr des Rosenmontagsumzuges und langjähriger Trierer Karnevalist, betonte ebenfalls den inklusiven Gedanken hinter der Initiative. Ihm sei schon früher aufgefallen, dass etwa Kinder im Rollstuhl am Rand des Umzuges säßen, während andere Kinder Süßigkeiten aufsammelten. Daraus sei die Idee entstanden, sie im Rahmen einer inklusiven Gruppe selbst aktiv am Umzug teilnehmen zu lassen. Seine Verbindung zu Nestwärme sei eng; seit er die Gründerinnen kenne, sei der Verein seine „Prio eins“. Trotz der Bedeutung des Rekordversuchs stellte er klar: „Die Inklusion, Gemeinschaft und der Zusammenhalt stehen bei unserer Aktion an erster Stelle – dafür machen wir es.“
Damit die Teilnahme offiziell gewertet werden konnte, galten klare Vorgaben des RID für die Kostümierung. Auf dem Kopf waren etwa Hüte, Perücken, bunte Haare, Zöpfe oder auch eine künstliche Glatze erlaubt. Pflicht waren eine Clownsnase oder entsprechende Schminke im Gesicht. Das Outfit konnte klassisch aus buntem Oberteil sowie auffälliger Hose oder Rock bestehen. Möglich war auch ein sogenannter Themen-Clown, sofern mindestens ein deutlich erkennbares Clown-Accessoire getragen wurde.
Ob der Weltrekord tatsächlich geknackt wurde, ist bislang noch nicht offiziell bekannt gegeben worden. Das abschließende Ergebnis des Rekord-Instituts für Deutschland steht noch aus.

Text: Kevin Schößler


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