Nico Lautwein

Trotz Aufholjagd: Gladiators Trier unterliegen Niners Chemnitz  

Trier. Die Moselstädter verlieren ihr Heimspiel am Karnevalsspieltag gegen Chemnitz mit 100:105. Trotz starker Phase nach der Pause reicht es gegen effiziente Gäste am Ende nicht.

Jordan Roland mit der Nummer 15 bei den Moselstädtern.

Jordan Roland mit der Nummer 15 bei den Moselstädtern.

Bild: Simon Engelbert

Bester Trierer Werfer war Jordan Roland mit 22 Punkten. Nächstes BBL-Spiel erst Anfang März in Rostock.
Mit der gewohnten Starting Five aus Steven Ashworth, Jordan Roland, Nolan Adekunle, Urald King und Marten Linßen starteten die Gladiators Trier in ihr Heimspiel gegen die NINERS Chemnitz. Die Gäste setzten gleich zu Beginn ein erstes Ausrufezeichen: Newman stopfte den Ball direkt nach dem Tip-Off zum 0:2 durch die Reuse. Trier antwortete durch Nolan Adekunle, der per kraftvollem Zug zum Korb die ersten Punkte der Hausherren erzielte. Chemnitz agierte früh mit enormem Druck im Pick-and-Roll, forcierte Ballgewinne und lag nach sechseinhalb Minuten knapp vorne (7:8). Beide Teams spielten mit hoher Pace, ließen aber zunächst einige Chancen liegen. Maik Zirbes brachte Trier aus dem Post auf 9:10 heran, ehe zwei Dreier von Evans Rapieque und Marco Hollersbacher die Gladiatoren wieder in Führung brachten (17:15, 8. Spielminute). Trier bewegte den Ball nun deutlich besser, doch Chemnitz fand im Set-Play immer wieder die richtigen Antworten. Ein Dreier von Schakel und ein weiterer von Mushidi drehten die Partie erneut (20:23). Kurz vor Viertelende erhöhte Minchev per Dreier auf 22:28 – ein starker Schlussspurt der Gäste.

Chemnitz dominiert Rebounds und baut Führung aus

Zu Beginn des zweiten Abschnitts häuften sich die Trierer Ballverluste im Aufbau. Chemnitz erhöhte den defensiven Druck, lief konsequent Fastbreaks und kam zu vielen einfachen Punkten. Nach drei Minuten stand es 27:32, wenig später 27:36 – Timeout Trier. Die Gladiatoren stabilisierten sich defensiv, ließen aber weiterhin zu viele Offensivrebounds zu. Ein stark herausgespielter Abschluss von Marten Linßen nach tollem Pass von Clayton Guillozet brachte Trier wieder auf 31:36 heran. Doch Chemnitz blieb brandgefährlich: physisch, schnell, treffsicher. Washington traf aus der Mitteldistanz zum 31:42, später stand es 37:48. Zur Halbzeit lag Trier trotz guter Phasen mit 42:50 zurück – vor allem wegen der deutlichen Reboundunterlegenheit, denn Chemnitz hatte bereits zur Hälfte 15 Offensivrebounds gesammelt.

Starke Trierer Phase bringt zwischenzeitliche Führung

Nach dem Seitenwechsel kamen die Gladiatoren mit viel Energie aus der Kabine. Jordan Roland eröffnete mit einem Dreier zum 45:50, doch Chemnitz antwortete sofort per And-One durch Minchev. Roland legte den nächsten Dreier nach (48:53), und Marten Linßen traf zweimal am Brett zum 52:55. Doch wie schon zuvor hatten die Gäste die passende Antwort – erneut durch Minchev von außen. Trier ließ in dieser Phase wieder zu viele Rebounds zu und geriet mit 56:62 ins Hintertreffen. Dann folgte die stärkste Trierer Phase des Abends: Die Defensive nahm Chemnitz das Tempo, vorne traf Roland erneut von außen zum 63:64. Maik Zirbes verkürzte im Post auf 67:69, und Guillozet brachte Trier nach schönem Zuspiel von Zirbes per Dreier sogar in Führung (72:71, 29.). Doch Chemnitz blieb eiskalt: Davis traf ein And-One zum 72:74. Guillozet glich erneut aus, doch Davis versenkte mit der Sirene den Buzzerbeater zum 74:76.

Chemnitz entscheidet enge Schlussphase für sich

Steven Ashworth eröffnete den Schlussabschnitt per Midrange-Jumper zum 76:76, doch wieder antwortete Chemnitz sofort – Newman für Drei. Roland egalisierte erneut (79:79), doch die Gäste zogen nun vermehrt Fouls und kamen an die Freiwurflinie. Chemnitz wurde defensiv wieder zwingender und setzte sich leicht ab (81:84, später 83:87). Trier blieb dran: Clay Guillozet traf zweimal von der Freiwurflinie (87:88), Nolan Adekunle brachte die Gladiatoren per Penetration und weiteren zwei Freiwürfen sogar wieder in Führung (89:88, 36.). Doch Chemnitz schlug zurück – wie so oft an diesem Abend. Minchev traf zweimal aus der Distanz und Point Guard Davis erhöhte auf 89:96. Trier bekam defensiv die starken Eins-gegen-Eins-Aktionen der Gäste nicht mehr kontrolliert. Roland verkürzte per Dreier (92:96), doch Chemnitz antwortete erneut von außen (92:99). Wieder Roland – wieder ein Dreier – 95:99, 55 Sekunden Restzeit. Erneut war es Minchev, der sich zum Korb tankte und auf 95:101 erhöhte. Urald King brachte Trier per schnellem And-One wieder heran (97:101), verpasste aber den Bonusfreiwurf. In der Schlussminute fielen die Trierer Distanzwürfe nicht mehr, Chemnitz brachte die Partie an der Linie nach Hause.

Die Viertel: 22:28 | 20:22 | 32:26 | 26:29
Die Zuschauerzahl: 5.400 (ausverkauft)

Jacques Schneider (Headcoach VET-CONCEPT Gladiators): „Wir haben uns in der ersten Halbzeit unser Grab geschaufelt, aus dem wir nicht mehr herausgekommen sind. Wir hatten nicht die richtige Intensität – nur fünf Fouls in der ersten Halbzeit. Das war in der zweiten Halbzeit wesentlich besser. Wir sind rausgekommen und haben das dritte Viertel für uns entschieden, sind in Führung gegangen und haben das Spiel offen gestaltet. Am Ende haben nach einer langen Woche auch ein Stück weit die Körner gefehlt. Respekt an Chemnitz, die heute die bessere Mannschaft waren und auch die besseren individuellen Spieler hatte. Sie hatten einige Spieler, die zweistellig gescored haben und die wir im Eins-gegen-Eins nicht halten konnten. Das Rebounding ging auch an die Chemnitzer und von daher war es ein Possession-Game, was Chemnitz dann für sich entscheiden konnte“.

Für Trier spielten: Steven Ashworth (5 Punkte, 12 Assists), Dexter Akanno (DNP), Clayton Guillozet (17), Behnam Yakhchali (0), Marco Hollersbacher (6), Marten Linßen (16), Jordan Roland (22), Urald King (6), Evans Rapieque (6), Nolan Adekunle (12), JJ Mann (0) und Maik Zirbes (10).

Beste Werfer Niners Chemnitz: Yordan Minchev (22 Punkte), Corey Davis (18) und Roman Bedime (17).

Quelle: Gladiators Trier

 


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