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Im Oktober schippert eine Weltpremiere nach Oberbillig
Umgesetzt wird das Projekt von den in Stralsund ansässigen Spezialfirmen Formstaal/Ostseestaal. Mit der emissionsfreien Autofähre, die auf der Mosel verkehren wird, fügen Formstaal/Ostseestaal ihrem Bauprogramm für Elektro-Solarschiffe einen weiteren Schiffstyp hinzu. Beide Unternehmen sorgen seit geraumer Zeit mit eigenentwickelten Elektro-Solarschiff-Projekten auf dem Markt der Elektromobilität für Aufmerksamkeit. Zumeist handelt es sich dabei um Fahrgastschiffe und Fähren für den Einsatz in der Berufsschifffahrt auf Binnen- und in Küstengewässern. Diese werden ausschließlich mit solarer Energie und Batteriestrom betrieben.
Jährlich 14.000 Liter Diesel sparen
Die Gemeinde Oberbillig hat das fachliche Konzept der Unternehmen Formstaal/Ostseestaal von Anfang an überzeugt, sagt OrtsbürgermeisterAndreas Beiling: "Mit der Neubeschaffung einer modernen, strom-betriebenen Fähre werden jährlich rund 14.000 Liter Diesel eingespart und zusätzlich die Abgas- und Lärmimmissionen deutlich reduziert." Seit 1966 pendelt auf der Mosel eine konventionelle Autofähre zwischen Oberbillig und der luxemburgischen Gemeinde Wasserbillig. Die neue, 28 Meter lange Autofähre mit umweltschonendem Antriebskonzept wird pro Fahrt bis zu 45 Fahrgäste und sechs Autos befördern.Fähre erreicht im Dezember Oberbillig
Um die Solarschiffe wirtschaftlich betreiben zu können, zeichnen sich diese durch eine extreme Leichtbauweise und den Einsatz von Komponenten mit geringem Energieverbrauch aus. Die Stralsunder Konstrukteure setzen vorrangig Aluminium ein, optimieren die Schiffskörper und reduzieren den Energieverbrauch zum Beispiel durch den Einbau von LED-Leuchten. "Unsere Schiffe benötigen im Vergleich zu konventionellen Schiffen für die gleiche Leistung lediglich ein Viertel der Antriebsleistung", sagt Ingo Schillinger, Senior Sales Manager bei Formstaal/Ostseestaal. Die weltweit erste vollelektrische Autofähre für Binnengewässer wird Anfang Oktober in Stralsund zu Wasser gelassen und einen Monat später in Oberbillig an die Gemeinde abgeliefert.Kosten
Die voraussichtlichen Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf rund 1,6 Millionen Euro, von denen die Projektpartner - die Gemeinden Oberbillig und Mertert/Wasserbillig - aus Mitteln des INTERREG V A Großregionen eine Förderung von rund 660.000 Euro erhalten. HintergrundDie Moselfähre verbindet die deutsche Gemeinde Oberbillig mit ihrer luxemburgischen Nachbargemeinde Mertert-Wasserbillig und entlastet dadurch die "Pendlerbrücke" Wellen/Grevenmacher. Die gute Zusammenarbeit und die guten menschlichen Beziehungen machten es möglich, dass vor über 50 Jahren die Fähre "Sankta Maria" angeschafft wurde, an deren Betrieb die Gemeinde Mertert-Wasserbillig finanziell zur Hälfte beteiligt. Schiffseigner und Betreiber ist die Gemeinde Oberbillig. Die Fähre wird im Jahresdurchschnitt von rund 143.000 Personen mit knapp 66.000 Autos, 1.600 Motor- und Krafträdern sowie 19.500 Fahrrädern genutzt. Nun ist die "Sankta Maria" aber in die Jahre gekommen und wird voraussichtlich im November durch die neue Fähre ersetzt. Fakten und Daten zur neuen Fähre
- Länge: 28 Meter
- Breite: 8.90 Meter
- Dienstgeschwindigkeit: 7 km/h
- Personenzahl: 45
- Personenkraftfahrzeuge: 6
- Solarmodule: 15
- Batteriekapazität: 252 kWh
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