Nico Lautwein

Mit Rückenwind in die Regionalliga: Eintracht Trier startet in die neue Saison 

Trier (lau). Der SVE startet am Samstag mit einem Heimspiel gegen die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz in die dritte Regionalliga-Saison. Nach dem Pokalsieg und einem verjüngten Kader wollen die Moselstädter den nächsten Entwicklungsschritt gehen.

Der Fußball rollt wieder im Moselstadion: Wenn Eintracht Trier am Samstag, 8. August, um 14 Uhr die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz empfängt, beginnt für die Moselstädter die dritte Spielzeit in der Regionalliga Südwest. Nach zwei Jahren, in denen sich der Traditionsverein in Deutschlands vierthöchster Spielklasse etabliert hat, blickt der SVE mit vorsichtigem Optimismus auf die neue Saison – und mit der Aussicht auf ein echtes Highlight.

Denn nur zwei Wochen nach dem Ligaauftakt wartet das wohl größte Spiel der vergangenen Jahre: Am Samstag, 22. August, gastiert Bundesligist RB Leipzig in der ersten Runde des DFB-Pokals im Moselstadion. Möglich wurde das durch den Gewinn des Rheinlandpokals gegen TuS Koblenz – den ersten Pokalsieg seit zehn Jahren. Sportlich und wirtschaftlich war dieser Erfolg von enormer Bedeutung. Zusammen mit dem Transfererlös für Mateo Biondic verschaffte er dem Verein zusätzlichen finanziellen Spielraum.
Cheftrainer Thomas Klasen sieht seinen Verein dadurch auf einem guten Weg. »Mit Hilfe des Pokalsiegs und des Transfererlöses sind wir als Eintracht in der Lage, unser Budget, unseren Kader und unsere Infrastruktur stetig zu verbessern und somit kleine, aber bewusste Schritte nach vorne zu gehen«, sagt der 42-Jährige.

Gezielter Umbruch mit jungem Kader

Den größten Umbruch gab es im Sommer im Kader. Insgesamt neun Neuzugänge (Einer davon Co-Trainer Daniel Wilde) verstärken die Blau-Schwarz-Weißen. Gleichzeitig setzte der Verein seinen eingeschlagenen Weg konsequent fort und verjüngte den Kader nochmals deutlich. Lag das Durchschnittsalter in der vergangenen Saison noch bei rund 26 Jahren, beträgt es nun nur noch 24 Jahre.
Für Klasen war dieser Schritt unausweichlich. »Die vergangene Saison hat gezeigt, dass wir den Umbruch einleiten mussten. Wir mussten uns von verdienten, langjährigen Spielern trennen, um uns in Sachen Physis und Intensität noch besser an das größtenteils professionelle Niveau der Regionalliga Südwest anzupassen«, erklärt der Trainer. Besonders auffällig: Jonas Singer ist mit 28 Jahren bereits der älteste Spieler-Neuzugang, alle weiteren Verpflichtungen sind Anfang 20 und sollen sich in Trier weiterentwickeln. Der Verein setzt damit bewusst auf entwicklungsfähige Spieler, die den nächsten Karriereschritt beim SVE machen sollen.

Konkurrenz wächst weiter

Leicht wird die Aufgabe allerdings nicht. Die Regionalliga Südwest gilt erneut als eine der stärksten vierten Ligen Deutschlands. Neben finanzkräftigen Konkurrenten erwartet Klasen auch von den Aufsteigern deutlich mehr Qualität als in den Vorjahren.
Entsprechend zurückhaltend formuliert der Cheftrainer die Ziele. »Für mich ist aufgrund der Konkurrenz ganz klar der Klassenerhalt das Ziel – und bestenfalls die Verteidigung des Rheinlandpokals«, betont er. Im Umfeld des Vereins hofft man dennoch auf den nächsten Entwicklungsschritt und einen Platz in der oberen Tabellenhälfte.
Mut macht dabei auch die Vorbereitung: Die letzten fünf Testspiele konnten die Moselstädter allesamt für sich entscheiden und tankten vor dem Ligastart zusätzliches Selbstvertrauen.

Euphorie soll in Punkte umgemünzt werden

Für zusätzlichen Rückenwind sorgt die Unterstützung der Fans. Mit durchschnittlich rund 2.700 Zuschauern gehörte Eintracht Trier bereits in der vergangenen Saison zu den publikumsstärksten Vereinen der Liga. Die Unterstützung im Moselstadion soll auch in dieser Spielzeit wieder zu einem wichtigen Faktor werden.
Vor allem der DFB-Pokal sorgt schon jetzt für große Vorfreude. »Ich sehe es als absolutes Privileg, dass wir uns nach zehn Jahren Abstinenz in einem Pflichtspiel mit der drittbesten Mannschaft Deutschlands messen dürfen«, sagt Klasen mit Blick auf RB Leipzig.
Zunächst gilt der Fokus jedoch dem Ligaalltag. Mit einer jungen, entwicklungsfähigen Mannschaft, verbesserten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und dem Rückenwind des Pokalsiegs möchte Eintracht Trier den nächsten Schritt gehen und sich dauerhaft in der Regionalliga Südwest etablieren. Die Basis dafür soll bereits am ersten Spieltag am kommenden Samstag gegen die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz gelegt werden.


Interview mit Cheftrainer Thomas Klasen: https://www.wochenspiegellive.de/stadt-trier/ressort/sport-2/artikel/wir-mussten-den-umbruch-einleiten-eintracht-trier-cheftrainer-thomas-klasen-im-interview

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