Nico Lautwein

Rheinlandpokalfinale im Moselstadion: Eintracht Trier jagt den ersten Titel seit zehn Jahren

Trier. Pokalfieber an der Mosel: Eintracht Trier empfängt TuS Koblenz zum Rheinlandpokalfinale. Im ausverkauften Moselstadion geht es um Prestige und den Einzug in den DFB-Pokal.

Das Moselstadion steht vor einem Fußballfest: Wenn Eintracht Trier und TuS Koblenz am Samstag, 23. Mai, um 13.30 Uhr im Finale des Bitburger Rheinlandpokals aufeinandertreffen, geht es nicht nur um einen Titel. Für beide Traditionsvereine steht zugleich der Einzug in den DFB-Pokal auf dem Spiel. Das Stadion ist mit rund 9000 Zuschauern bereits ausverkauft – erstmals seit zwölf Jahren wird das Endspiel wieder in Trier ausgetragen.

Das Derby zählt zu den brisantesten Duellen im Fußballverband Rheinland. In den vergangenen Jahren fand das Finale regelmäßig in Koblenz statt, nun kehrt das Endspiel zurück an die Mosel. Bundesweit richtet sich der Blick am „Finaltag der Amateure“ auf die insgesamt 21 Landespokal-Endspiele, die in einer ARD-Livekonferenz übertragen werden.

Eintracht mit Rückenwind aus der Regionalliga

Sportlich geht Eintracht Trier als Favorit in die Partie. Die Mannschaft von Trainer Thomas Klasen sicherte sich in der Regionalliga Südwest souverän den Klassenerhalt und beendete die Saison auf Rang 13.
Für die Moselstädter wäre ein Pokalsieg zudem ein besonderer Erfolg: Zuletzt gewann die Eintracht den Rheinlandpokal vor zehn Jahren. Insgesamt ist der SVE mit 14 Titeln Rekordsieger des Wettbewerbs.

Der Bitburger Rheinlandpokal wird seit 1954 vom Fußballverband Rheinland ausgetragen. Der Gewinner qualifiziert sich für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals. In der vergangenen Saison erhielt der Gewinner des Rheinlandpokals rund 159.000 Euro aus den DFB-Pokal-Erlösen. Der unterlegene Finalist bekam rund 10.600 Euro, die Halbfinalisten jeweils etwa 5.300 Euro.

Koblenz will erneut den Pokal holen

Doch auch TuS Koblenz reist mit Selbstvertrauen nach Trier. Der Oberligist spielt eine gute Saison und steht aktuell auf Platz vier der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. Zwar ist der Aufstieg kein Thema mehr, dennoch wollen die Koblenzer ihre Spielzeit mit einem weiteren Pokalerfolg krönen.
2024 gewann die TuS zuletzt den Rheinlandpokal. Insgesamt stehen bislang sechs Titel für die Schängel zu Buche.

Die Koblenzer setzten sich im Halbfinale mit 4:1 auswärts gegen den FC Bitburg durch. Die Blau-Schwarz-Weißen zogen durch ein 3:1 bei Emmelshausen-Karbach ins Finale ein.

Emotionaler Abschied für Robin Garnier

Für Eintracht-Kapitän Robin Garnier wird das Finale zum emotionalen Abschied. Der Trierer beendet nach der Saison seine Karriere und bestreitet gegen TuS Koblenz sein letztes Spiel im SVE-Trikot. „Schöner hätte ich mir mein Karriereende nicht schreiben können“, sagte der 32-Jährige im WochenSpiegel-Interview mit Blick auf das ausverkaufte Moselstadion. Besonders groß sei der Wunsch, den Rheinlandpokal nach zehn Jahren wieder nach Trier zu holen.

Große Bühne beim „Finaltag der Amateure“

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt erneut der bundesweite „Finaltag der Amateure“. Die ARD zeigt alle Landespokal-Endspiele in einer Livekonferenz. Parallel dazu bietet der Fußballverband Rheinland einen kostenlosen Livestream auf YouTube an.
Dabei setzt der Verband auf eine besondere Atmosphäre: Mit Benjamin Judith (Eintracht Trier) und Rafael Beraz (TuS Koblenz) kommentieren zwei Vereinsinsider die Partie. Bereits ab 12.30 Uhr beginnt die Vorberichterstattung.