Claudia Neumann

Trierer Geburtshaus in Not: Spendenaufruf nach Raum-Sperrung

Trier. Wichtiger Geburtsraum darf nicht mehr genutzt werden / Team spricht von existenzieller Krise und bittet um Unterstützung

Bild: GoFundMe

Ein zentraler Geburtsraum im Geburtshaus Trier darf nach einer Klage eines Anwohners derzeit nicht mehr genutzt werden. Der Mann hatte sich durch Lärm – angeblich Schreie gebärender Frauen – belästigt gefühlt. Vor dem Verwaltungsgericht einigten sich die Beteiligten darauf, den Raum künftig nicht mehr für Geburten zu nutzen.

Das Team des Geburtshauses beschreibt die Situation als existenzielle Krise: Der gesperrte Geburtsraum, in dem bislang die meisten Wassergeburten stattfanden, sei nun unzugänglich. „Jetzt ist er still. Wir können deutlich weniger Frauen begleiten“, heißt es in einem Spendenaufruf. Die Entscheidung treffe das Team ins Mark, weil ein zentraler Bestandteil der Geburtshilfe wegfalle. „Was für Außenstehende wie eine Auflage klingt, ist für uns eine existenzielle Krise“, schreiben die Hebammen, Mütter und Unterstützerinnen weiter.

Bauliche Maßnahmen und Beratung geplant

Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, hat das Team eine Spendenkampagne gestartet. Die Mittel sollen genutzt werden, um den Geburtsraum wieder nutzbar zu machen, bauliche Anpassungen und Schallschutzmaßnahmen umzusetzen und professionelle Beratung einzuholen. Zugleich soll der laufende Betrieb trotz der Einschränkungen gesichert werden. „Ohne Unterstützung schaffen wir das nicht“, betont das Team.

Insgesamt sollen 50.000 Euro gesammelt werden. Innerhalb kurzer Zeit sind bereits mehr als 4.000 Euro zusammengekommen.

Die Kampagne läuft über die Plattform GoFundMe. Das Team des Geburtshauses betont, dass die Einrichtung für viele Familien die einzige Alternative zur Klinik sei und ein Ort für selbstbestimmte, außerklinische Geburten bleibe. „Wenn wir diesen Ort verlieren, verliert die Region ein Stück Selbstbestimmung.“

Link zur Spendenaktion:
https://www.gofundme.com/f/aq6cg-geburtshaus-trier-erhalten