

Dienstagnachmittag zwischen Lidl in der Hornstraße und der Kreuzung Kölner Straße/Martinerfeld: Der Verkehr steht in beide Richtungen. Hauptursache ist offenbar, dass viele Verkehrsteilnehmer erst gar nicht bemerkt haben, dass die Hornstraße gleich hinter der Zufahrt zum Supermarkt wegen der Baustelle für den neuen Kreisverkehr voll gesperrt ist. Das wird ihnen erst wenige Meter vor der die Straße komplett absperrenden weiß-roten Bake klar.
Wenden auf engem Raum, Ausweichversuche über Parkplätze
Ein Wenden ist bei den beengten Platzverhältnissen nicht einfach. Viele biegen deshalb auf den Discounter-Parkplatz ab, um von dort zurück auf die Hornstraße zu gelangen. Andere versuchen ihr Glück auf den Parkplätzen zwischen Rofu und Tedi, in der Hoffnung, dort irgendwo durchfahren zu können – vergeblich. Der Stau verlagert sich dadurch zusätzlich auf die Parkplätze.
Auf der Hornstraße geht inzwischen nichts mehr. Mancher Autofahrer steigt angesichts der Lage sogar aus dem stehenden Wagen, um sich das Dilemma in Ruhe anzuschauen, und raucht eine komplette Zigarette, bevor es endlich weitergeht.
Auch an der Kreuzung Kölner Straße/Martinerfeld stockt der Verkehr
Denn an der Kreuzung Kölner Straße/Martinerfeld fließt der Verkehr über die stark befahrene und vorrangige Hauptstraße Richtung Kölner Straße nur schwer ab. Das Abbiegen Richtung Aachener Straße ist inzwischen verboten. Die nächste Wendemöglichkeit besteht erst an der Hochschule oder auf der anderen Moselseite – die kleinen Straßen entlang der Strecke sind Anliegerstraßen.
Ist die Beschilderung eindeutig genug?
Wer von der Kölner Straße kommend Richtung Hornstraße beziehungsweise Aachener Straße unterwegs ist, sieht sich einer ganzen Abfolge von Schildern gegenüber: Zunächst „Durchfahrt verboten" Richtung Hornstraße/Markusstraße mit dem Hinweis, der Umleitung zu folgen. Wenige Meter weiter folgt das Schild „Trier West Umleitung Ende", kurz danach eines mit dem Hinweis „Euren Umleitung links". Beim Einfahren in die Aachener Straße schließlich weist nur ein recht kleines, leicht zu übersehendes Sackgassen-Schild auf die fehlende Wendemöglichkeit hin.
Ebenso leicht zu übersehen ist die Beschilderung aus Richtung Hornstraße kommend: Dass ein Rechtsabbiegen ins Martinerfeld nicht mehr möglich ist, zeigt lediglich ein Pfeil auf rundem blauem Grund. Wer hier seit Jahren rechts abgebogen ist, dürfte die neue Verkehrsregel leicht übersehen. Es stellt sich die Frage, ob die Beschilderung eindeutiger ausfallen und etwa durch blinkende Elemente mehr Aufmerksamkeit erzeugen müsste.
Neue Abbiegeregel nach Unfall am Bahnübergang
Hintergrund des Abbiegeverbots ins Martinerfeld ist ein Unfall am Bahnübergang an der Kreuzung Hornstraße/Martinerfeld. Zuvor konnten aus der Hornstraße kommende Fahrzeuge dort links in die Kölner Straße und rechts ins Martinerfeld abbiegen – in beiden Fällen über den Bahnübergang, an dem eine Ampel bei Annäherung eines Zuges auf Rot schaltet. Laut städtischer Straßenverkehrsbehörde besteht dort das Problem, dass Fahrzeugführer an der Haltelinie keine ausreichende Sicht auf die Ampel des Übergangs haben. Dadurch habe die Gefahr bestanden, dass ein Abbiegevorgang eingeleitet werde, obwohl die Ampel bereits Rot zeige und sich die Schranken schließen – wie es bei dem Unfall der Fall gewesen sei. Da an der Anlage kurzfristig keine technischen Anpassungen möglich seien, sei eine Änderung der Abbiegeregelung nötig geworden: Das Rechtsabbiegen von der Hornstraße ins Martinerfeld ist seither untersagt.
Kreisel-Baustelle: letzter Bauabschnitt läuft bereits
Seit Montag, 31. August, ist der Knotenpunkt Hornstraße/Markusstraße voll gesperrt. Damit hat der letzte Bauabschnitt für den neuen Kreisverkehr begonnen: Hergestellt werden unter anderem die Anschlüsse des Kreisels an Hornstraße und Markusstraße, die noch fehlende Hälfte der Mittelinsel wird ergänzt und begrünt. Hinzu kommen verschiedene Bauleistungen, die bislang zurückgestellt wurden, um den Verkehr während der Bauzeit aufrechtzuerhalten. Die Vollsperrung soll voraussichtlich bis zum 30. Oktober andauern. Zum Abschluss wird die Asphaltdeckschicht für den gesamten Kreisverkehrsplatz aufgebracht. Der Verkehr könnte damit voraussichtlich schon Ende Oktober freigegeben werden – deutlich früher als ursprünglich geplant, ein Termin im Frühjahr 2027 war zunächst im Gespräch.
Während der Vollsperrung sind die Betriebe und Geschäfte in der Hornstraße über die Kölner Straße erreichbar. Die Umleitung für Anwohner der Markusstraße und des umliegenden Quartiers führt über die Andreas-Hoevel-Straße und eine provisorische Baustraße als Verbindung zur Hornstraße.
Nach Fertigstellung verfügt der Kreisverkehr über vier Äste: Markusstraße, nördliche Hornstraße, Über Brücken und die nördliche Auffahrt zur Eisenbahnüberführung Eurener Straße. Die direkte Verbindung über die Hornstraße zur Eurener Straße entfällt künftig. Der südliche Abschnitt der Hornstraße wird damit aus Fahrtrichtung Eurener Straße zur Sackgasse und soll zu einem späteren Zeitpunkt verkehrsberuhigt umgestaltet werden.
Nächste Großbaustelle steht bereits bevor
Schon in Kürze soll im Trierer Westen die nächste umfangreiche Baustelle hinzukommen: Im Umfeld des neuen Bahnhaltepunkts Pallien stehen größere Bauarbeiten an. Genauere Informationen dazu will die Stadt Mitte September mitteilen.
Gute Nerven sind für Verkehrsteilnehmer und Anwohner im Trierer Westen also weiter gefragt.




