Thomas Förster

Ein Schritt für den Eselsturm – keiner für die Kirchstraße

Monschau. Barrierefreiheit ist in der Altstadt eine große Herausforderung - Anlass gibt ein Bürgerbegehren
Nur rund 80 Meter schadhafter Straßenbelag entscheiden darüber, ob viele Bewohner ihre Umgebung selbstständig erreichen können, weiß Sabine Hammerschmidt, die mit einem Bürgerbegehren die Sutation auch am Eselturm verbessern will.  Die barrierearme Zuwegung zum Maria-Hilf-Stift will die Monschauer Stadtverwaltung jetzt unter die Lupe nehmen.

Nur rund 80 Meter schadhafter Straßenbelag entscheiden darüber, ob viele Bewohner ihre Umgebung selbstständig erreichen können, weiß Sabine Hammerschmidt, die mit einem Bürgerbegehren die Sutation auch am Eselturm verbessern will. Die barrierearme Zuwegung zum Maria-Hilf-Stift will die Monschauer Stadtverwaltung jetzt unter die Lupe nehmen.

Bild: Hammerschmidt

Monschau (Fö). Wie kann das Maria-Hilf-Stift besser und vor allem barriereärmer an die Monschauer Altstadt angebunden werden? Diese Frage beschäftigt Politik und Verwaltung schon länger. Durch die Initiative von Sabine Hammerschmidt ist Bewegung in die Diskussion gekommen. Der Stadtrat hat nun entschieden, Planungen für den Bereich »Auf dem Schloss« und die Schlossbrücke am Eselsturm anzustoßen. Für die Kirchstraße soll dagegen zunächst kein Planungsauftrag vergeben werden.

Hammerschmidt setzt sich insbesondere für die Bewohner des Maria-Hilf-Stifts ein. Das historische, teilweise stark unebene Kopfsteinpflaster erschwere Menschen mit Rollator, Rollstuhl oder Gehhilfe den Weg aus dem Stift. Ihre Initiative wurde von mehr als 800 Menschen unterstützt. Ihr Ziel: Auf den Straßen »Auf dem Schloß« und Kirchstraße sollen barrierearme Verbindungen entstehen.

Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, für beide Bereiche zunächst die Grundlagenermittlung und Vorplanung durch ein Fachbüro prüfen zu lassen. Kosten von insgesamt 750.000 Euro stehen im Raum. Das kritisiert

Hammerschmidt, denn ihr Antrag ziele nicht auf eine Komplettsanierung, sondern auf die Begradigung eines gut einen Meter breiten Pflasterstreifens.

Bürgermeisterin Dr. Carmen Krämer verwies in der Ratssitzung auf die anstehenden umfangreichen Arbeiten in der Altstadt. Mit Mitteln aus der Städtebauförderung sollen Laufenstraße und Eschbachstraße saniert werden. Während dieser voraussichtlich mehrere Jahre dauernden Arbeiten seien weitere größere Maßnahmen in der Altstadt unter anderem wegen der notwendigen Rettungswege kaum möglich. Krämer riet deshalb davon ab, jetzt Planungskosten auszugeben, obwohl eine Umsetzung auf Jahre nicht möglich sei. Anders sehe es beim Eselsturm aus: Dieses Vorhaben könne bereits mitgedacht werden.

Förderkriterien nicht erfüllbar

Dass Handlungsbedarf besteht, stellte Werner Maaßen (CDU) mit Blick auf die Kirchstraße heraus. Er bezeichnete deren Zustand als »katastrophal«. Werner Krickel (Grüne) erklärte, dass die Straße bislang nicht über die Städtebauförderung berücksichtigt werden konnte, da dort die für eine Förderung geforderte Barrierearmut nicht herzustellen sei.

Beim Eselsturm kommt ein weiterer Aspekt hinzu: die Erreichbarkeit für Rettungskräfte. Nach Angaben der Verwaltung benötigt die Durchfahrt eines Tanklöschfahrzeugs oder einer Drehleiter durch den schmalen und niedrigen Eselsturm derzeit mit Einweiser etwa vier Minuten. Eine Vertiefung im Pflaster ermöglicht die Durchfahrt, steht aber zugleich einer barrierearmen Gestaltung entgegen. Eine Planung soll deshalb beide Anforderungen berücksichtigen.

Der Rat stimmte schließlich mit 13 Ja-Stimmen bei 13 Enthaltungen dafür, für »Auf dem Schloss« und die Schlossbrücke einen Planungsauftrag für die ersten beiden Leistungsphasen vorzusehen. Bei der Kirchstraße fiel die Entscheidung anders aus: Mit 21 Ja-Stimmen, drei Enthaltungen und zwei Gegenstimmen der FDP entschied sich der Rat gegen einen Planungsauftrag.

Damit ist das grundsätzliche Problem der Kirchstraße nicht gelöst. »Wir alle wollen, dass unsere Stadt für jeden Menschen erlebbar ist. Aber die Machbarkeit gerade im Hinblick auf unseren arg gebeutelten Haushalt darf man nicht außer Acht lassen«, schloss Krickel die Diskussion.