EU-Kommissarin würdigt grenzenlosen Einsatz
Kalterherberg (Fö/Red). Die für Vorsorge und Krisenmanagement zuständige EU-Kommissarin Hadja Lahbib hat heute die deutschen und belgischen Waldbrandgebiete im Hohen Venn besucht und mit Betroffenen, Einsatzkräften und politischen Akteuren gesprochen.
Mit ihrem Besuch zeigte Lahbib ihre Solidarität und Dankbarkeit, auch ging es darum, praktische Lehren für künftige Notfälle zu ziehen. Am Vormittag war Lahbib in den betroffenen Gebieten in Belgien, am Nachmittag dann am Kalterherberger Feuerwehrhaus und am zwischenzeitlich evakuierten Ruitzhof. Dort wurde sie begleitet von Silke Gorißen, Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen, und der Bürgermeisterin von Monschau, Carmen Krämer.
Brände hören nicht an Grenzen auf
Die EU-Kommissarin betonte: „Waldbrände sind nicht mehr auf die traditionell am stärksten exponierten Regionen Europas beschränkt. Die Erfahrungen im Hohen Venn und rund um Monschau zeigen, dass Gemeinden in ganz Europa zunehmend gefährdet sind. Deshalb stehen Prävention, Zusammenarbeit und Solidarität im Mittelpunkt der europäischen Bemühungen. Brände hören nicht an Grenzen auf und unsere Solidarität hilft uns, zusammenzustehen.“
Ministerin Silke Gorißen: „Bei den Bränden im Hürtgenwald und auch im Hohen Venn haben ergänzend die speziell geschulten Mitarbeiter von Wald und Holz NRW mit den beiden geländegängigen Löschfahrzeugen, den Fire Fightern, tatkräftig bei den Löscharbeiten unterstützt. Sie waren eine wertvolle Unterstützung auf schwer zugänglichen Waldflächen. Und wir haben auch unsere europäischen Nachbarn in Belgien mit den Fire Fightern unterstützt. Dies zeigt, wie wichtig moderne und geländegängige Technik und die gute Zusammenarbeit über Institutionen hinweg für die Wald- und Moorbrandbekämpfung sind.“
Waldbrand erforderte koordinierte europäische Reaktion
Obwohl der Waldbrand im Hohen Venn auf belgischem Territorium blieb, erforderten die Folgen der Flammen eine koordinierte europäische Reaktion. Die Einwohner von Ruitzhof und Giesberg mussten ihre Häuser verlassen, Grenzgemeinden wurden in Alarmbereitschaft versetzt. Über der Region hingen dichte Rauchschwaden, deutsche Dienste haben den belgischen Einsatz unterstützt. Aufgrund der fragmentierten Grenzgeographie mussten europäische, regionale und lokale Strukturen in der Praxis zusammenarbeiten.
Die Rettungs- und Einsatzdienste bleiben in den betroffenen Gebieten noch im Einsatz, um die letzten Brandherde zu löschen und ein Wiederaufflammen des Feuers zu verhindern.
Belgien hatte Mitte August um EU-Beistand gebeten
Am 15. August hatte die EU auf Ersuchen Belgiens den Europäischen Katastrophenschutzmechanismus aktiviert, um bei der Bekämpfung dieses dramatischen und außergewöhnlich großflächigen Waldbrands zu helfen: Zwei Flugzeuge der europäischen rescEU-Löschflugzeugflotte wurden aus Schweden nach Belgien entsandt, ebenso sechs Hubschrauber: zwei aus den Niederlanden, zwei aus Norwegen und zwei aus Deutschland.
Auch das europäische Erdbeobachtungsprogramm Copernicus unterstützte die belgischen Behörden mit Satellitenbildern, um die betroffenen Gebiete rasch zu kartieren. Der aus einem EU-geförderten Projekt hervorgegangene Kooperationsverband EMRIC unterstützte die Zusammenarbeit zwischen den belgischen, deutschen und niederländischen Dienststellen.
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