Thomas Förster

Bundeskanzler würdigt Einsatz und Zusammenhalt

Nach dem verheerenden Waldbrand im Hürtgenwald hat Bundeskanzler Friedrich Merz Gey besucht. Er dankte den zahlreichen Einsatzkräften für ihren Einsatz und sprach mit Helfern über Erfahrungen und Probleme während des Großeinsatzes.

Hürtgenwald (Fö). Eine Woche nach dem verheerenden Waldbrand im Hürtgenwald ist Bundeskanzler Friedrich Merz am Samstag nach Gey gekommen, um sich vor Ort über die Folgen des Feuers zu informieren und den Einsatzkräften zu danken. Rund 1400 Kräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Bundeswehr sowie aus Land- und Forstwirtschaft hatten gegen die Flammen gekämpft. Das Feuer beschädigte nach bisherigen Angaben zwischen 300 und 400 Hektar Wald und hatte zur zwischenzeitlichen Evakuierung der 1800 Einwohner von Gey geführt.

Merz sprach von einer „großartigen Organisation“ der Helfer. Ohne das Zusammenspiel der verschiedenen Einsatzkräfte wäre der Brand nicht so glimpflich ausgegangen. Besonders hob der Kanzler das ehrenamtliche Engagement hervor: Ohne die vielen Menschen, die sich freiwillig engagierten, könne das Gemeinwesen nicht aufrechterhalten werden. Im Feuerwehrgerätehaus kam er mit Einsatzkräften und der Jugendfeuerwehr ins Gespräch. Die lange Wartezeit von vier Stunden auf Löschhubschrauber oder eine eingeschränkte Kommunikation durch überlastete Mobilnetze waren Kritikpunkte. Der tolle Einsatz der Landwirte aus der ganzen Region und das gute Miteinander mit Kreis Düren und Nachbarkommunen wurde positiv erwähnt.

Auch die Folgen des Klimawandels waren Thema. „Wir müssen damit rechnen, dass wir häufiger solche Ereignisse haben. Das ist Klimawandel“, sagte Merz. Bund, Länder und Gemeinden müssten sich deshalb besser auf derartige Katastrophen vorbereiten. Eine umfassende Auswertung des Einsatzes soll folgen.

Der Empfang des Kanzlers fiel allerdings nicht ausschließlich freundlich aus. Einige Anwohner und Demonstranten quittierten seinen Auftritt mit Buhrufen und Pfiffen. Auch einige Landwirte machten während der Pressekonferenz mit Hupen auf sich aufmerksam. Merz reagierte darauf mit den Worten: „Ich lasse mich von denen, die rumschreien, nicht beeindrucken.“ Er wolle mit denen sprechen, „die helfen“.

Landrat Ralf Nolten erklärte unterdessen, er habe Merz bewusst gebeten, nicht während des laufenden Einsatzes, sondern nach dem Ende der akuten Gefahrenlage nach Hürtgenwald zu kommen. Das Feuer ist inzwischen gelöscht. Zurück bleiben die Schäden im Wald – und die Erinnerung an einen Großeinsatz, bei dem Zusammenhalt und gesellschaftliches Miteinander Schlimmeres abwenden konnten.