Andreas Bender

Lea Ackermann feiert ihren 85. Geburtstag

Am heutigen Mittwoch, 2. Februar, feiert die Gründerin der Frauenrechtsorganisation SOLWODI, Sr. Dr. Lea Ackermann, ihren 85. Geburtstag und blickt zurück auf ein beeindruckendes Lebenswerk.
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Sr. Dr. Lea Ackermann feiert am heutigen Mittwoch ihren 85. Geburtstag.

Sr. Dr. Lea Ackermann feiert am heutigen Mittwoch ihren 85. Geburtstag.

Foto: Archiv (SOLWODI)

Hirzenach.1967 wurde Sr. Lea Ackermann von ihrem Orden, den Missionsschwestern Unserer Lieben Frau von Afrika („Weiße Schwestern“), nach Afrika entsandt, wo sie zunächst in Ruanda und dann in Kenia als Lehrerin wirkte. In Mombasa kam sie in Kontakt mit kenianischen Frauen, die aus Not in der Prostitution arbeiten mussten. Deren Erfahrungen von Not und Ausbeutung veranlassten Sr. Lea, 1985 den Verein SOLWODI in Kenia ins Leben zu rufen. Der Name steht für SOLidarity with WOmen in DIstress (Solidarität mit Frauen in Not). Später kamen SOLWOGIDI, Okoa Sasa und andere Ableger hinzu. Noch heute unterstützen die Vereine in Kenia Frauen und Mädchen mit Bildungsprojekten und berufsqualifizierenden Maßnahmen, um so Wege aus der Armut aufzuzeigen.
 
Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland erkannte Sr. Lea, dass auch in Deutschland viele Frauen von Not und Gewalt betroffen sind. Besonders die oft schwierige Situation von Frauen mit Migrations- oder Fluchthintergrund berührte sie. So gründete sie 1987 den gemeinnützigen Verein SOLWODI in Deutschland. Neben der Dachorganisation SOLWODI Deutschland e.V. gibt es mittlerweile SOLWODI Landesvereine in sechs Bundesländern.
 
In bundesweit 19 Fachberatungsstellen und sieben Schutzeinrichtungen werden jährlich rund 2.000 Klientinnen von erfahrenen Sozialarbeiterinnen betreut. Manche der Frauen sind Betroffene von Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung, andere sind von sogenannter Ehrgewalt oder Zwangsheirat bedroht. Nicht wenige der Frauen haben Kinder, die ebenfalls Unterstützung und schulische Begleitung benötigen. Oft sind auch aufenthaltsrechtliche Fragen zu klären. Es war und ist Sr. Lea immer ein Anliegen, dass jede Frau, die zu SOLWODI kommt, Hilfe und Unterstützung erhält – ganz egal, ob dafür eine staatliche Finanzierung vorliegt oder nicht.
 
Viele der Frauen, die SOLWODI betreut, haben schlimmste Gewalterfahrungen hinter sich. Sie sind oft schwer traumatisiert und benötigen umfassende Hilfe und Unterstützung. Die Mitarbeiterinnen von SOLWODI bieten psycho-soziale Beratung, vermitteln medizinische, therapeutische oder juristische Unterstützung, unterstützen bei Behördenangelegenheiten und begleiten die Klientinnen auf ihrem Weg zurück in ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben. Die Betreuung ist immer auf die individuelle Situation und Bedürfnisse der Klientin und ihrer Kinder zugeschnitten. Die Beratung erfolgt ressourcenorientiert, es wird immer von den Fähigkeiten und Wünschen der jeweiligen Frau ausgegangen und gutgemeinte, aber oft wenig hilfreiche 0815-Konzepte vermieden. „In jeder Klientin die Person mit ihren Verletzungen, Träumen und Zielen sehen“ hat Sr. Lea den SOLWODI Mitarbeiterinnen mitgegeben.
 
2020 zog sich Sr. Dr. Lea Ackermann aus der operativen Verantwortung bei SOLWODI zurück und übergab die Vorstandstätigkeit in jüngere Hände. Sie begleitet und unterstützt die Arbeit von SOLWODI auch weiterhin und ist vor allem in der Öffentlichkeitsarbeit tätig. Der Vorstand und die Mitarbeiterinnen von SOLWODI gratulieren der Gründerin zum 85. Geburtstag und danken ihr für ihr langjähriges, großartiges Engagement im Verein und zum Wohle der von Gewalt und Ausbeutung betroffenen Frauen und ihrer Kinder.
 
Um das Lebenswerk von Sr. Lea Ackermann fortsetzen zu können, ist SOLWODI auf Spenden angewiesen. Diese können über das Spendenkonto des Vereins erfolgen: Landesbank Saar, IBAN: DE 84 5905 0000 0020 0099 99


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