Andreas Bender

Ostwind weht bei den Filmfestspielen

Simmern. 51 Filme an 23 Tagen, dazu Kulinarik und Konzerte. Das halten die Heimat Europa Filmfestspiele vom 19. August bis 10. September bereit.
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Unter dem Filmfest-Logo (v.l.): Pro-Winzler Klaus Endres, Bürgermeister Dr. Andreas Nikolay, Kulturministerin Katharina Binz und Kurator Lukas M. Dominik freuen sich auf den Start.

Unter dem Filmfest-Logo (v.l.): Pro-Winzler Klaus Endres, Bürgermeister Dr. Andreas Nikolay, Kulturministerin Katharina Binz und Kurator Lukas M. Dominik freuen sich auf den Start.

Foto: Bender

Kulturministerin Katharina Binz, die extra für die Pressekonferenz zur Vorstellung des Programms aus Mainz angereist war, freut sich über die vierte Ausgabe der Filmfestspiele: »Der Hunsrück ist eine besondere Region in Rheinland-Pfalz mit einer besonderen Geschichte. Die Menschen hier haben ein einzigartiges Verhältnis zu ihrer Heimat und die Heimat Europa Filmfestspiele spiegeln dies großartig wider«, sagte sie. Gerade das diesjährige Thema des Kultursommers Rheinland-Pfalz - an dem sich auch die Filmfestspiele 2022 wieder orientieren - könnte mit »Ostwind« nicht aktueller sein. Dabei solle beim Kultursommer aber nicht alleine der Krieg in der Ukraine im Fokus stehen, »die Veranstaltungen sollen sich auch mit den Gesellschaften im Osten Europas auseinandersetzen«, sagte Binz. »Den Fokus auf Kunst und Kultur aus Osteuropa zu lenken, ist gerade jetzt wichtig.«

 

Dem wird auch in Simmern Rechnung getragen. So steht als erstes Highlight direkt eine Lesung des sowjetisch-geborenen Schriftstellers Wladimir Kaminer im Vorprogramm des Filmes »Goodbye Soviet Union« (Estland/Finnland) am 20. August auf dem Programm, erklärte der neue Kurator Lukas M. Dominik. Eröffnet werden die Filmfestspiele einen Tag zuvor mit »Freibad«, dem neuen Film von Doris Dörrie. Dieser entführt das Publikum in den Mikrokosmos eines Frauenfreibads im Jahrhundertsommer. Vor dem Film sorgt Jammin’ Cool für die richtige Musik am Eröffnungsabend, der Open-Air auf dem Fruchtmarkt stattfindet. Mit einem Fokus auf osteuropäische Produktionen und einer thematischen Filmreihe zu »DDR im Film« widmen sich die Filmfestspiele in Simmern in diesem Jahr sowohl der Gegenwart als auch der Vergangenheit.

 

Aktuelle osteuropäische Filmproduktionen findet man nicht nur in der Wettbewerbssparte um den Hauptpreis »Edgar«, sondern auch in den Sektionen »Dokumentarfilm« sowie erstmals »Kinder- und Jugendfilm«. Hierbei werden die Themen Heimat und Heimatlosigkeit altersgerecht aufgearbeitet und künstlerisch verpackt. Das Programm- und Auswahlteam des Festivals bringt damit eine vielfältige und sorgfältig kuratierte Auswahl osteuropäischer Filmkunst mit Heimat-Fokus auf die Leinwand des Pro-Winzkinos in Simmern. Die Filme stammen unter anderem aus Georgien, Polen, Litauen, dem Kosovo und der Ukraine.

 

Preispate für den »Edgar« ist niemand geringeres als Jan Josef Liefers. Zum Abschluss der Filmfestspiele überreicht er den mit 2 500 Euro dotierten Preis und tritt im Anschluss auch mit seiner Pop-Rock-Band »Radio Doria« auftreten wird. Die meisten Filme werden im Kinosaal gezeigt. Von Donnerstag bis Samstag gibt es allerdings Open Air-Kino auf dem Fruchtmarkt. Für die Kulinarik sorgt Fritz Schellack im »Raum 9«, neben dem Pro-Winzkino.

 

Tickets gibt es im VVK auch beim WochenSpiegel. Das komplette Programm ist unter www.heimat-europa.com  zu finden