Gesicht zeigen

Hunsrück/Nahe. Unter dem Motto "Gesicht zeigen" stand das Jubiläumsfest anlässlich des 25-jährigen Bestehens der evangelischen Behindertenhilfe Schmiedel e.V. in Kastellaun.

In einladender Atmosphäre eröffnete Rita Seeger als Vorständin des Schmiedel die Feierlichkeiten mit einer ansprechenden Eröffnungsrede. Sie begrüßte alle anwesenden Gäste, darunter die im Julius-Reuß-Zentrum lebenden Menschen, deren Angehörige, die Mitarbeitenden, sowie zahlreiche Gäste aus Politik und Gesellschaft und spannte den Bogen zu der Notwendigkeit, „Gesicht zu zeigen“. Auch die im Anschluss von Herrn Pfarrer Horst Hörpel i.R. und Herrn Pfarrer Knut Ebersbach gehaltene Andacht stellte das diesjährige Motto in den Mittelpunkt. Musikalisch untermalt vom Posaunenchor Kastellaun-Uhler, sowie vom hauseigenen Chor „Die Liedermacher“, wurde verdeutlicht, wie wichtig es gerade in der heutigen Zeit ist, sich für Vielfalt und Toleranz stark zu machen.

Nach einem Grußwort durch Staatssekretär Dr. Alexander Wilhelm, der auf die vergangenen 25 Jahre Geschichte der Behindertenhilfe blickte und die bevorstehenden Veränderungen durch das stufenweise inkrafttretende Bundesteilhabegesetz thematisierte, sendete  Stadt- und Verbandsgemeindebürgermeister Christian Keimer ein Grußwort via Videobotschaft, in der er den Stellenwert der Einrichtung für die Stadt Kastellaun betonte.

Im Anschluss begrüßte Gregor Gieselmann, stellvertretender Geschäftsbereichsleiter des Julius-Reuß-Zentrums, den Kreisbeigeordneten Dietmar Tuldi, den Landesdiakoniepfarrer und Mitglied des Verwaltungsrats des Schmiedel Pfarrer Albrecht Bähr, den langjährigen ehrenamtlichen Mitarbeiter und 1. Vorsitzenden des Fördervereins Rudi Kappes, den Vorsitzenden des Bewohnerbeirates Maurice Pfingst, als auch Manuel Herrmann als Mitarbeitenden und Mitglied der Mitarbeitervertretung,   zu einer kurzweiligen Podiumsrunde auf der Bühne; selbige fand durch Herrn Pfingsts Wunsch, dass Menschen mit Beeinträchtigungen in Zukunft keine Unterscheidung erfahren sollten, einen gelungenen Abschluss und beendete gleichzeitig den Vormittag.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen läutete Rita Lukas mit ihrer gesetzlichen Betreuerin Anne Scherer das Nachmittag-Programm ein: „Atemlos, ein ganz normaler Tag im Julius-Reuß-Zentrum“, klang es durch die Stadthalle. Bevor es musikalisch weitergehen konnte, war es an der Zeit, Danke zu sagen. So bedankte sich Frau Seeger bei Brunhilde Reudelsterz, Michael Behlen, Franz-Dieter Eich, Elvira Müller und Guido Zaunmüller für 25 Jahre entgegengebrachtes Vertrauen, sowie bei Frau Martin, Frau Bung und Frau Höger für ein viertel Jahrhundert Engagement und Herzblut in der Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigung im Julius-Reuß-Zentrum.

Dass 25 Jahre nicht nur zu großen Veränderungen in der Behindertenhilfe führten, sondern dass auch Musik und Mode einem ständigen Wandel unterlagen, brachten die Teilnehmer*innen der Hitparade, als auch der Tanzgruppe, zum Ausdruck. Das Ende des Programms markierte zuletzt das Ehepaar Nauth, die die gute Stimmung weiter aufrechterhielten und zum Tanz einluden.

„Was wäre das Leben, hätten wir nicht den Mut, etwas zu riskieren?“, fragte einst der Maler Vincent van Gogh. Vor rund einem viertel Jahrhundert hat man beim Schmiedel e.V. riskiert – und auch heute war das Ergebnis deutlich zu erkennen, denn fröhliche Gesichter und ein buntes Miteinander prägten das Jubiläum.

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