Nikolas Leube

Junior Uni Daun schafft Bildungsperspektiven für Kinder und Schulen

Daun. Ministerpräsident Schnieder hat die Junior Uni besucht und sich mit Verantwortlichen sowie Vertretern aus Schulen und Kommunen ausgetauscht. Abseits des Schulalltags schafft die Junior Uni Möglichkeiten, die Schulen nicht überall selbst bieten können.

Ministerpräsident Gordon Schnieder hat sich bei einem Besuch der Junior Uni Daun über die Arbeit und Entwicklung der Einrichtung informiert. Direktor Prof. Dr. Helmut Willems und Doris G. Lepper stellten ihm das Konzept vor. Bei einem Rundgang verschaffte sich der Ministerpräsident anschließend einen Eindruck von den Räumlichkeiten.

Initiiert wurde die Junior Uni vom Dauner Unternehmerehepaar Doris Lepper und ihrem 2024 verstorbenen Mann Peter Lepper, finanziert wird sie von der Lepper Stiftung. Nach rund zweieinhalbjähriger Bauzeit wurde die Einrichtung im Dezember 2023 eröffnet.

Kostenloses Bildungsangebot für Kinder und Jugendliche

Die Junior Uni ist ein außerschulisches Bildungsinstitut für Kinder und Jugendliche zwischen vier und 20 Jahren. Die Teilnahme ist kostenlos und freiwillig. Noten, Prüfungen oder Aufnahmeprüfungen gibt es nicht. Einen Schwerpunkt bilden Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Hinzu kommen Geistes-, Kultur- und Gesellschaftswissenschaften sowie Angebote aus Gesundheit, Ernährung und Bewegung.

Die Nachfrage ist groß. Im Jahr 2025 bot die Junior Uni 707 Kurse mit knapp 7.000 Plätzen an. Dafür gingen mehr als 17.000 Bewerbungen ein. Auf rund 2.500 Quadratmetern stehen technische und naturwissenschaftliche Fachräume, Labore, eine Lehrküche und ein Experimentierraum zur Verfügung. Die Seminarräume sind für jeweils zehn bis 15 Teilnehmer ausgelegt.

Einrichtung ergänzt Schulen und Kitas

Im Gespräch mit Schnieder stand vor allem die Frage im Mittelpunkt, welche zusätzlichen Möglichkeiten die Junior Uni für Schulen und die Region schafft. Willems betonte, dass die Einrichtung Schule nicht ersetzen, sondern ergänzen wolle. Kleine Lerngruppen, besondere Fachräume und ein breites Kursangebot eröffneten dabei Möglichkeiten, von denen Schulen und Kitas profitieren sollen.

Über Kooperationen können diese die Räume und Angebote der Junior Uni nutzen. Damit steht eine hochwertige Infrastruktur gebündelt zur Verfügung. Schnieder verwies in diesem Zusammenhang auf die angespannte Finanzlage vieler Kommunen. Die Junior Uni ermögliche durch ihre besondere Trägerschaft und Unterstützung eine Ausstattung und Angebotsbreite, die öffentliche Schulträger nicht an jedem Standort selbst finanzieren könnten.

Wie intensiv dieses Angebot bereits genutzt wird, zeigt die Vernetzung in der Region. Die Junior Uni kooperiert mit 50 Schulen, 30 Kitas und sechs sozialen und integrativen Einrichtungen sowie mit Hochschulen, Universitäten, Unternehmen und Wirtschaftsverbänden. Rund 250 Honorardozierende und -assistierende bringen Wissen und Erfahrungen aus Bildung, Wissenschaft, Handwerk und Wirtschaft ein.

Auch die anwesenden Schulvertreter hoben den Mehrwert der Zusammenarbeit hervor. Die Vielfalt der Kurse lasse sich an einzelnen Schulen kaum in vergleichbarer Breite anbieten. Die Junior Uni eröffne Schülerinnen und Schülern damit zusätzliche Lern- und Erfahrungsräume.

Schnieder sieht Junior Uni als Strukturpolitik

Für Schnieder geht die Bedeutung der Einrichtung über das Bildungsangebot hinaus. „Das ist eine großartige Einrichtung und das ist Strukturpolitik“, sagte der Ministerpräsident. Ein breites Bildungsangebot erhöhe auch die Attraktivität einer Region für Familien. Zugleich hob er die Freiheit hervor, die das Konzept Kindern und Jugendlichen biete: Sie könnten früh unterschiedliche Themen kennenlernen und eigene Interessen entdecken – „ohne Lernstress, ohne Bildungsstress“. Mit Blick auf die Bedeutung für die Region ergänzte Schnieder: „Und das ist etwas, wofür wir hier unendlich dankbar sein dürfen, dass es das hier gibt.“