Nico Lautwein

40 Jahre Tschernobyl: Mahnwache in Trier richtet Blick auf Cattenom 

Trier. Zum 40. Jahrestag von Tschernobyl ruft ein Bündnis am kommenden Samstag zu einer Mahnwache auf. Im Fokus steht der Weiterbetrieb des Atomkraftwerks Cattenom und eine Petition mit fast 8.000 Stimmen.

 

Das französische Kernkraftwerk Cattenom liegt bei der Gemeinde Cattenom an der Mosel, in der Region Lothringen, etwa acht Kilometer nördlich der Stadt Thionville.

Das französische Kernkraftwerk Cattenom liegt bei der Gemeinde Cattenom an der Mosel, in der Region Lothringen, etwa acht Kilometer nördlich der Stadt Thionville.

Bild: Pixabay

Termin auf einen Blick

• Was: Mahnwache und Infostand (40 Jahre Tschernobyl / STOPP CATTENOM)
• Wann: Samstag, 25. April 2026, ab 11:00 Uhr
• Wo: Brotstraße (Höhe Commerzbank), Trier

Anlässlich des 40. Jahrestags der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ruft das Bündnis STOPP CATTENOM am kommenden Samstag, den 25. April 2026, ab 11:00 Uhr zu einer Mahnwache mit Infostand in der Trierer Brotstraße (Höhe Commerzbank) auf.

Das Aktionsbündnis gedenkt der Opfer des Super-GAUs von 1986 und schlägt zugleich eine Brücke zur Gegenwart: „Der geplante Weiterbetrieb des französischen Atomkraftwerks Cattenom droht, ein ähnliches, unkalkulierbares Risiko für die Großregion zu werden. Cattenom gehört endlich stillgelegt“, so Marianne Rummel vom Bund für Umwelt und Naturschutz Rheinland-Pfalz.

Tschernobyl als Mahnung

Am 26. April 1986 zeigte Tschernobyl der Welt, dass die Atomenergie nicht beherrschbar ist. „Wer an Tschernobyl erinnert, darf vor Cattenom nicht die Augen verschließen“, erklärt Markus Pflüger vom Antiatomnetz Trier.

„Die vier Reaktoren in Cattenom erreichen bald ihre maximal geplante Lebensdauer von 40 Jahren. Die Anlage ist von Rissen und zunehmenden Störfällen gezeichnet.“

Das Risiko gehe heute über technische Defekte hinaus, so Pflüger weiter: „Der völkerrechtswidrige Krieg gegen den Iran und die Bombardierungen gegen Israel führen der Weltgemeinschaft aktuell vor Augen, dass alle Atomkraftwerke auch potenzielle Kriegsziele sind. Neben dem Risiko einer unfallbedingten Kernschmelze wie in Tschernobyl kann eine nukleare Katastrophe heute jederzeit auch durch gezielte Bombardierungen, Cyberangriffe und Sabotage ausgelöst werden.“

Forderungen an die Politik

Aus dieser Situation formuliert das Aktionsbündnis einen klaren Auftrag an die laufenden Koalitionsverhandlungen in Mainz: Die künftige Landesregierung müsse alles in ihrer Macht Stehende tun, um den Weiterbetrieb von Cattenom zu verhindern.

„Der Einsatz für die längst ausstehende Umsetzung aller Stresstest-Ergebnisse nach Fukushima und die zwingende Forderung nach einer grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) gehören fest in den Koalitionsvertrag“, fordert Elisabeth Quaré vom MAUS e.V.

„Ebenso muss eine aktuelle Risikostudie – insbesondere angesichts zunehmender Kühlprobleme der Reaktoren durch den Klimawandel – beauftragt und die Einleitung rechtlicher Schritte gegen diese Laufzeitverlängerung konsequent geprüft werden.“

Petition kurz vor 8.000 Unterschriften

Dass die Menschen in der Region diese Sorge teilen, zeigt der Zuspruch zur Kampagne „STOPP CATTENOM“. Die begleitende Online-Petition wird von einem grenzüberschreitenden Bündnis aus insgesamt 44 Organisationen getragen (22 aus Deutschland, 14 aus Frankreich, 7 aus Luxemburg und 1 aus Belgien).

Zu den Unterstützern zählen neben dem BUND Rheinland-Pfalz und dem Antiatomnetz Trier als Initiatoren auch Organisationen wie .ausgestrahlt, Greenpeace Luxembourg, das Mouvement Ecologique, die luxemburgische Gewerkschaft LCGB sowie französische Bündnisse wie Stop Fessenheim.

Die Kampagne verzeichnet einen deutlichen Zulauf und steht aktuell kurz davor, nach wenigen Wochen die Marke von 8.000 Unterschriften zu erreichen.

Infostand und Beteiligungsmöglichkeiten

Um den öffentlichen Druck weiter zu erhöhen und den Menschen in Trier eine Stimme zu geben, sucht das Antiatomnetz am Samstag das direkte Gespräch.

Am Infostand in der Brotstraße wird nicht nur Informationsmaterial verteilt; Bürger haben vor Ort auch die Möglichkeit, „offline“ auf Papierlisten gegen die Laufzeitverlängerung zu unterschreiben.