Nico Lautwein

Held trifft in der Nachspielzeit: Eintracht Trier siegt in Homburg 

Trier/Homburg. Die Moselstädter gewinnen beim FC 08 Homburg mit 2:1. Jannis Held trifft in der Nachspielzeit zum Sieg. Das Spiel stand im Zeichen eines tragischen Trauerfalls.

Eintracht Trier holt späten Auswärtssieg beim FC Homburg.

Eintracht Trier holt späten Auswärtssieg beim FC Homburg.

Bild: Eintracht Trier / Hans Krämer

Die Mannschaft von Trainer Thomas Klasen hat sich beim FC 08 Homburg am 30. Spieltag der Regionalliga Südwest auswärts mit 2:1 durchgesetzt. Vor 1.611 Zuschauern erzielte Tim Sausen für einen im ersten Durchgang überlegenen SVE in der 17. Minute das 0:1, die Saarländer glichen in einer ihrerseits dominanten zweiten Halbzeit durch Goncalves aus (54.). Tief in der Nachspielzeit gelang Jannis Held trotzdem noch der 1:2-Siegtreffer für seine Blau-Schwarz-Weißen.

Besondere Umstände vor dem Spiel

Manchmal gibt es Dinge, die im Leben um Welten wichtiger sind als Fußball. Dazu gehört der tragische und viel zu frühe Tod von Tamara Mendler, der Ehefrau von Homburgs Mittelfeldspieler Markus Mendler, vor wenigen Tagen. Schon vor dem Anpfiff war an diesem Dienstagabend daher nichts wie sonst. Gespielt wurde trotzdem – besonders für die Gastgeber des FCH angesichts der Umstände eine ganz schwere Aufgabe.

Eintracht geht verdient in Führung

Die Eintracht fand folglich etwas besser ins Spiel und ging in der 17. Minute in Führung. Nach einem tollen Zuspiel von Sven König umkurvte SVE-Angreifer Tim Sausen Homburgs Keeper Gelt und netzte zum 0:1 für die Trierer ein (17.).

Im Anschluss zogen sich die Blau-Schwarz-Weißen dann etwas weiter zurück und warteten auf Möglichkeiten für schnelle Umschaltmomente. Nach einer halben Stunde hatten die Moselstädter dann auch tatsächlich die große Gelegenheit zum zweiten Treffer des Tages, Mirko Schuster scheiterte vom Elfmeterpunkt aber am gut parierenden Gelt. Simon Joachims hatte zuvor Sinan Tekerci im Sechzehner regelwidrig zu Fall gebracht (31.).

Sven König hätte nach einem Solo von der linken Seite beinahe noch vor dem Seitenwechsel erhöhen können, zielte aber mit seinem Abschluss aus zentraler Position letztlich etwas zu hoch (42.). Auf der Gegenseite war zuvor zweimal Hilal El-Helwe in aussichtsreicher Position glücklos geblieben (39. & 40.).

Homburg dreht nach der Pause auf

Nach Wiederanpfiff sollte sich das Blatt dann wenden. Homburg kam präsenter aus der Kabine und kam gleich mehrfach zu guten Möglichkeiten.

In der 54. Minute belohnte der zur Pause eingewechselte Miguel Goncalves sein Team für den Aufwand und besorgte aus zentraler Position den 1:1-Ausgleich. Für die Gäste aus Deutschlands ältester Stadt war das ein Rückschlag, der FCH dominierte das Spiel jetzt klar und spielte sich regelmäßig in gute Abschlusssituationen.

Vor allem Eintracht-Keeper Radomir Novakovic war es zu verdanken, dass es zunächst beim Unentschieden blieb. Immer wieder war der Schlussmann zur Stelle gegen die Angriffe der Hausherren.

Später Siegtreffer in der Nachspielzeit

Erst in der Schlussphase gelang es der Eintracht dann ihrerseits, sich mit eigenen Offensivaktionen wieder etwas Freiraum zu verschaffen – mit erfolgreichem Ausgang: In der vierten Minute der Nachspielzeit drückte Jannis Held eine Hereingabe von Fabio Lohei zum späten Siegtor über die Linie (90.+4).

Der große Jubel über den späten Treffer blieb angesichts der traurigen Begleitumstände der Partie aus. Durch den Auswärtserfolg springt der SVE vier Spiele vor dem Saisonende auf 40 Punkte und macht damit einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt. Auch das rückt an diesem Abend aber in den Hintergrund.

Gedanken bei Familie Mendler

Eintracht-Trier und der WochenSpiegel sind in Gedanken bei Familie und Freunden von Markus Mendler sowie dem FC 08 Homburg.

Quelle: SVE