Nach zehn Jahren zurück im DFB-Pokal: Eintracht Trier empfängt RB Leipzig
Auf diesen Fußballabend haben die Fans von Eintracht Trier lange gewartet: Am Samstag, 22. August, kehrt der SVE nach zehn Jahren zurück in den DFB-Pokal. Um 18 Uhr empfängt die Mannschaft von Trainer Thomas Klasen den Top-Bundesligisten RB Leipzig im ausverkauften Moselstadion. Rund 9.000 Zuschauer werden das Pokalduell live im Stadion verfolgen.
Die Vorfreude rund um die älteste Stadt Deutschlands ist groß. Nach dem Rheinlandpokalsieg im Mai haben sich die Blau-Schwarz-Weißen das Ticket für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals gesichert. Im Finale setzte sich Trier im eigenen Stadion mit 1:0 gegen die TuS Koblenz durch. Der eingewechselte Noah Herber erzielte in der Schlussphase den entscheidenden Treffer und machte den Pokaltraum perfekt.
Bundesligist als große Herausforderung
Mit RB Leipzig wartet nun ein Gegner aus der höchsten deutschen Spielklasse. Für den Bundesligisten ist die Partie in Trier zugleich das erste Pflichtspiel der neuen Saison. Die Leipziger gehen als klarer Favorit in die Begegnung, während der SVE vor allem auf die besondere Pokalatmosphäre und die Unterstützung der eigenen Fans setzt.
Auch Trainer Thomas Klasen weiß um die besonderen Kräfteverhältnisse. „Es ist anders als das, was wir aus der Liga kennen“, sagte der Eintracht-Coach mit Blick auf das Duell mit dem Bundesligisten. Der Unterschied zwischen Regionalliga und Bundesliga sei enorm: „Das sind Spieler mit Champions-League-Format.“ Dennoch sieht Klasen seine Mannschaft nicht chancenlos. In Pokalspielen sei immer etwas möglich – „soweit es der Gegner zulässt“.
Der Schlüssel liege vor allem darin, mutig aufzutreten. „Wir wollen Nadelstiche als Underdog setzen“, erklärte Klasen. Seine Spieler bräuchten dafür Überzeugung und den Mut, die eigenen Möglichkeiten auszuschöpfen. Auch ein wenig Glück gehöre dazu: „Man muss lauern. Da gehört auch ein Sonntagsschuss dazu.“
Taktischer Plan gegen Leipzig
Gegen den spielstarken Bundesligisten erwartet Klasen eine besondere Herausforderung. Das Pressing von RB werde eine andere Qualität haben als die Gegner aus der Regionalliga, dennoch wolle die Eintracht nicht nur reagieren. „Wir haben mit Leon Wechsel einen guten spielerischen Torhüter“, sagte der Trainer und verwies darauf, dass seine Mannschaft auch mit Ball Lösungen finden müsse.
Defensiv gelte es vor allem, die Leipziger Offensive nicht in zu viele direkte Duelle kommen zu lassen. „Wir möchten die Jungs in der letzten Reihe nicht zu viel im Eins-gegen-eins lassen“, so Klasen. Entscheidend werde sein, gemeinsam zu verteidigen und Situationen durch gegenseitige Unterstützung zu lösen.
Der Fokus des Teams liegt aktuell vollständig auf dem Pokalspiel. Eine Rotation sei angesichts der kommenden Belastung mit vielen englischen Wochen zwar unumgänglich, für die Partie gegen Leipzig gelte aber volle Konzentration.
Moselstadion ausverkauft – besondere Atmosphäre erwartet
Rund um das Spiel laufen seit Wochen die Vorbereitungen. Das Moselstadion wird mit 9.000 Besuchern ausverkauft sein. Auch für Klasen ist die Kulisse ein wichtiger Faktor. „Fast das komplette Stadion gehört uns“, sagte der Trainer mit Blick auf die Unterstützung der Eintracht-Fans. Diese besondere Atmosphäre wolle die Mannschaft genießen.
Auch organisatorisch stellt die Partie eine besondere Herausforderung dar: Neben zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen und einem erweiterten Catering-Angebot wird auch das Stadion für die Liveübertragung vorbereitet. Für den Pokalabend werden zudem die Werbeflächen im Stadion angepasst und mit dem einheitlichen DFB-Pokal-Branding versehen. Die Partie wird vom Bezahlsender Sky übertragen. Für die TV-Produktion kommen insgesamt neun Kameras zum Einsatz. Zusätzlich werden die Partien auf RTL+ übertragen.
Gerade für die jüngeren Spieler sei der Abend eine besondere Erfahrung: „Die Jungs sollen das aufsaugen und genießen, wenn sie zum Spiel kommen.“ Gleichzeitig gehe es darum, diese Energie mitzunehmen und bereit zu sein, den entscheidenden Extra-Meter zu gehen.
Fans und Polizei bereiten sich auf Pokalabend vor
Auch das Umfeld des Spiels steht im Zeichen des Pokalereignisses. Die aktive Fanszene von Eintracht Trier plant vor dem Spiel einen Fanmarsch zur Unterstützung der Mannschaft. Dabei soll zunächst auch ein Zeichen gegen das Modell RB Leipzig gesetzt werden, bevor der Fokus auf den Support der eigenen Mannschaft wechselt.
Aufgrund des ausverkauften Stadions kommt es rund um das Moselstadion zu Verkehrsbehinderungen und Sperrungen. Die Polizei empfiehlt die Anreise mit Bus und Bahn. Die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs ist bereits im Ticket enthalten. Jedes Ticket beinhaltet ebenfalls einen Gutscheincode, der bei einem Heimspiel der Wahl bis zur Winterpause eingelöst werden kann.
Die Polizei Trier kündigte einen verstärkten Einsatz rund um die Partie an. Neben bewährten Einsatzkonzepten wird auch eine Polizeidrohne zur Lagebeurteilung eingesetzt. (Wir berichteten)
Auch die Stadtwerke Trier passen den Busverkehr an. Die Linien 5 und 80 werden ab Freitag, 21. August, über Umleitungen geführt. Mehrere Haltestellen im Bereich des Moselstadions werden verlegt oder aufgehoben. (Wir berichteten)
Pokalabend mit besonderer Atmosphäre
Für Eintracht Trier ist das Duell mit RB Leipzig das erste DFB-Pokalspiel seit 2016. Damals unterlag der SVE Borussia Dortmund mit 0:3. Nun wartet erneut ein Bundesligist – diesmal vor heimischer Kulisse und mit der Hoffnung auf eine Pokalüberraschung.
Für Klasen steht dabei vor allem eines im Mittelpunkt: seine Mannschaft soll die Bühne genießen und gleichzeitig mutig auftreten. „Die Unterstützung wird wichtig sein“, betonte der Trainer. Mit Leidenschaft, Zusammenhalt und einer besonderen Pokalatmosphäre will der SVE dem Favoriten möglichst lange Paroli bieten.
Die Partie steht unter der sportlichen Leitung von Marc Philip Eckermann. Ihm assistieren Felix Grund und Sebastian Stadlmayr an den Seitenlinien. Vierter Offizieller ist Jan-Vincent Ritter.

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