

Der beliebte Waldspielplatz auf dem Petrisberg wird aus Sicherheitsgründen aufgegeben. Das hat Bürgermeisterin Britta Weizenegger am Donnerstag im Jugendhilfeausschuss mitgeteilt. Grund ist der zunehmend geschädigte Waldbestand rund um den mehr als 20 Jahre alten Spielplatz. Gleichzeitig sucht die Stadt nach einem neuen Standort für einen sicheren und möglichst naturnahen Spielraum.
Der Waldspielplatz entstand zur Landesgartenschau 2004 und ist seitdem ein beliebter Treffpunkt für Kinder, Familien sowie Kindergarten- und Schulgruppen. Die Spielanlage müsste in den kommenden Jahren grundlegend erneuert werden. Eine solche Investition wäre nach Einschätzung der Stadt jedoch nicht verantwortbar, solange die langfristige Sicherheit des Waldumfelds nicht gewährleistet werden kann.
Das Forstamt Trier hat gegenüber der Stadtverwaltung erhebliche Bedenken geäußert, den Spielplatz an seinem bisherigen Standort mitten im Wald dauerhaft zu erhalten. Trockenheit und Wassermangel infolge des Klimawandels haben den Baumbestand insbesondere seit 2018 stark belastet. Hinzu kommen Schäden durch Schadinsekten und Pilze. Bäume sterben ab, Kronenteile brechen heraus. Damit steigt das Risiko von Astabbrüchen und umstürzenden Bäumen.
„Wir bedauern sehr, dass wir diesen beliebten Spielplatz an seinem bisherigen Standort nicht erhalten können“, sagt Bürgermeisterin Britta Weizenegger. „Aber als Stadt tragen wir Verantwortung und können nichts riskieren.“
Bis zum endgültigen Rückbau will die Stadt die Sicherheit der Spielgeräte gewährleisten. „Wenn sich das Risiko für Leib und Leben durch die Entwicklung des Waldes erhöht, können und dürfen wir dieses Risiko nicht einfach hinnehmen. Sicherheit muss hier Vorrang haben“, so Weizenegger.
Eine Generalsanierung mit einer weiteren Laufzeit von 15 bis 20 Jahren und Investitionen im sechsstelligen Bereich sei deshalb nicht verantwortbar. Die Arbeitsgemeinschaft Spielraum, in der verschiedene Ämter der Stadtverwaltung und die mobile spielaktion zusammenarbeiten, schlägt vor, den Spielplatz nach den Herbstferien mit dem Ende der diesjährigen Spielsaison aufzugeben. Die vorhandenen Spielgeräte sollen anschließend abgebaut werden.
Ersatzlos soll das Spielangebot allerdings nicht entfallen. Weil mit dem Waldspielplatz auch ein wohnungsnaher Eltern-Kind-Spielraum im Quartier fehlt, soll auf dem Petrisberg ein neuer Spielplatz mit mindestens 300 Quadratmetern entstehen. Mehrere Standorte in vorhandenen städtischen Grünanlagen werden derzeit geprüft.
Parallel sucht die Stadt gemeinsam mit dem Forstamt nach einem geeigneten Standort im oder am Wald, an dem künftig wieder ein naturnahes und waldbezogenes Spielangebot möglich ist.
„Wir müssen unsere Spielplätze an die veränderten Bedingungen durch den Klimawandel anpassen“, betont Weizenegger. „Das ist eine Verantwortung, der wir uns stellen müssen. Unser Ziel ist, Kindern auch künftig sichere und attraktive Orte zum Spielen zu bieten – möglichst naturnah und mit der Möglichkeit, Wald unmittelbar zu erleben.“
In Trier gibt es rund 120 öffentliche, ausgebaute Spielplätze. Einige davon liegen bereits im oder am Wald:
Durch ihre Lage am Waldrand verbinden die Spielplätze Spiel und Naturerfahrung. Der vorhandene Baumbestand sorgt zudem für schattige Spielbereiche.




