Klaus Desinger

Richter Pfeifer warnt vor zunehmender Jugendkriminalität

Idar-Oberstein. Die wachsende Gewaltbereitschaft immer jüngerer Täter bereitet dem Leiter des Amtsgerichts große Sorgen.
Amtsgerichtsdirektor Pfeifer im Gespräch mit Julia Klöckner.

Amtsgerichtsdirektor Pfeifer im Gespräch mit Julia Klöckner.

Bild: Annika Scheidt

Ab welchem Alter können junge Menschen die Konsequenzen ihres Handelns überblicken und Verantwortung dafür übernehmen? Diese Frage gewinnt angesichts steigender Jugendkriminalität, wachsender Gewaltbereitschaft und immer jüngerer Täter zunehmend an Bedeutung. Beim Antrittsbesuch der heimischen Bundestagsabgeordneten Julia Klöckner und des CDU-Landtagskandidaten Frederik Grüneberg beim neuen Direktor des Amtsgerichts Idar-Oberstein, Johannes Pfeifer, ging es um klare Befunde aus dem Gerichtsalltag: mehr Jugendkriminalität, wachsende Gewaltbereitschaft und immer jüngere Täter. Die Strafmündigkeit liegt in Deutschland seit mehr als 100 Jahren bei 14 Jahren. „Diese Altersgrenze ist historisch gewachsen und spiegelt den Erkenntnisstand von vor 100 Jahren wider“, erklärt Johannes Pfeifer. Früher hätten viele Jugendliche mit 14 eine Lehre begonnen oder gearbeitet.

"Veränderte familiäre Strukturen"

„Heute sieht die Lebensrealität junger Menschen völlig anders aus. Digitale Medien und Netzwerke sowie veränderte familiäre Strukturen prägen ihren Alltag massiv“, betont Julia Klöckner. Kritisch bewertete der Richter die Cannabis-Legalisierung. „Für die Gerichte sind viele rechtliche Fragen weiterhin ungeklärt. Gleichzeitig sehen wir die gesundheitlichen Folgen bei jungen Menschen sehr deutlich.“ In engem Austausch mit der psychiatrischen Einrichtung in Idar-Oberstein werde klar, dass immer mehr Jugendliche mit drogeninduzierten Psychosen eingeliefert würden.


UNTERNEHMEN DER REGION

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