Manni kallt Platt: „Boss wahr?“

Manni kallt platt. „Möcks“, „Puute“, „Pänz“ sind gebräuchliche Namen für den Nachwuchs. Die Einzahl lautet „Mocks“, „Puut“, „Panz“, und es gibt Verniedlichungsformen wie „Möcksje“, „Püütche“ oder „Möckelche“. Verwendet wird auch das mit dem Hochdeutschen verwandte „Köngk“. Die Mehrzahl wird fast überall mit angehängtem -er gebildet: Köngk (Kind)/ Köngde(r) (Kinder).

Die Ausnahme ist Dreiborn (Drömme, Drommer, Drommert). Dort werden auch mehrere Kinder „Kongk“ genannt und man erkennt nur am vorgestellten Artikel, ob die Ein- oder Mehrzahl gemeint ist: „dat Köngk“/ „die Kongk“. Wenn der Nicht-Dreiborner Pech hat, dann wird die Mehrzahl aber auch „d´Kongk“ gesprochen und man ahnt nicht, ob ein „Kongk“ oder zwölf „Kongk“ gemeint sind.

Letzteres wäre übrigens „ne janze Stall Pänz“ oder „ne Hoof Möcks“.

„Drommert“ ist eine Sprach-Enklave - wie Vlatten ob des dort markant gerollten „R“s. Aber auch mit einer Sondergrammatik: Statt „onge“ oder „ongert“ bezeichnet der Dreiborner etwas unten Liegendes mit „bonger“ oder „bongert“. „Über“ heißt nicht „övve“ oder „drövver“, sondern „bo-ever“. In Dreiborn sagt man Beispiel „a´r Thek“ statt „an de Thek“, „e´r Hangk“ statt „en de Hangk“ oder „us´r Köch“ statt „uss de Köch“.

„Nach der Kirche“ artikuliert sich „noo´r Kerch“, „vor dem Hochamt“ heißt „vüe´r Huhmess“, „zum Bahnhof“ heißt „aa Bahnhoff“. Wenn eine Dreibornerin ihre Kinder mittags von der Schule abgeholt hat, dann berichtet sie ihrem Mann abends: „S´medaahs hann ich d´Kongk va´r Schuel jeho-elt“.

Über die Eigenarten des Dreiborner Dialekts wurde früher viel gespöttelt. Beispielsweise mit der vermutlich erfundenen Anekdote vom „Drömmede“, den es nach Paris verschlägt. Als er am Hotel in eine Droschke steigt und ihn der Kutscher mit einem freundlichen „Bon soir“ („Guten Abend“) begrüßt, soll der „Drommede“ ihn angefahren haben: „Bos wahr? Bos aa Bahnhoff!“

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.