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Allehellije, Allesiele

Im November kommen die „stillen Feiertage“. Ich hann se als Männche (Knabe) stets als Trauertage erlebt. An „Allehellije“, dem Hochfest aller, auch unbekannter nicht kanonisierter Heiliger, und „Allesiele“ (2. November) ging es „ömm Du-ed unn Sterve“ (Tod und Sterben), wie im ganzen November (Totensonntag, Volkstrauertag, Buß- und Bettag). Do joof et net vell ze laache. Der Ellefte em Ellefte war noch nicht eingeführt. Karneval beschränkte sich auf „Wievefastelovend“ bis Rosenmontag.
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„Allesiele“ ist das Fest der familieneigenen und persönlich bekannten Verstorbenen. Datt Fess hat seinen Ursprung im 7. Jahrhundert in Spanien. Die Wurzeln sollen im heidnischen Ahnenkult liegen. Schon das Pantheon in Rom war der Tempel für alle Götter. Papst Bonifaz IV. machte es 609 zur Kirche „Santa Maria und aller Märtyrer“. Populär wurde Allerseelen im 9. Jahrhundert durch Odilo, den Abt von Cluny. Es ist „das Fest aller Toten“ und tief in der Volksfrömmigkeit verwurzelt. In Eifel und Voreifel werden die Gräber „mött Jrööns unn „Bloome“ geschmückt und Grablichter („Duedelämpche“) aufgestellt. Zuvor werden „de Jraave nonee jemaaht“ - Unkraut gejätet und frische Blumenerde („Bloomedreck“) aufgetragen. Der „Armseelenkult“ wurde vom Trienter Konzil (1545) bestätigt: Die Seelen („Sie-ele“) der Verstorbenen sind zunächst an einem Ort der Reinigung, dem Purgatorium (Fegefeuer). Die Lebenden („Lebendije“), so die katholische Auffassung, können den Toten („Du-ede“) mit Gebeten („Jebödde“) und Fasten („Faaste“) „hellepe“. Die Gräber der Verstorbenen werden gesegnet und mit Weihwasser besprengt („jesäähnt“). Die Gläubigen ziehen in einer feierlichen Prozession („Prozessi-uen“) über den Friedhof, beten und singen. „De Musick“ (Musikverein) jeht och mött… Nach altem Volksglauben, dem auch „Halloween“ entstammt, steigen die Seelen aus der „Anderwelt“ zur Erde auf. Von Irland bis Lateinamerika ist Allerseelen populär, an diesem Festtag kommen viele an ihren Geburts- und Heimatort zurück…