anw

Dohn de Brell uss . . .

Gleichmütige Zeitgenossen, sagt der Eifeler, »hann de Rou fott«. »Hüüldöppe« sind das männliche Pendant von »Knaatschwieve« und haben »noh am Wasse jebout«. »Stress« war früher als Wort unbekannt, nicht aber der Zustand, »ömme op Jöck« oder »verlaade ze senn«.

Wer sich schnell erregt, gilt als »opjeräech Hömp« (aufgeregtes Hemd). Wer seinem Ärger Luft macht, »öss des Deufels« oder, noch schlimmer, »hätt de Düvel em Sack«. »Jöffsäck« brauchen kaum einen Grund, um sich aufzuregen: »Der ärjere de Fleeje an de Wängk«.

Aufgeregte Menschen »dohn wie e Dier«. Und zwar »drop unn dewedde«, immer und immer wieder. Tobsüchtige Zeitgenossen, die sich wie im Hamsterrad »drahn hahle«, ermahnt der Eifeler mit den Worten: »Ne Jeck hält sich drahn – unn der weeß noch, wann et joot öss . . .« Selbst ein Narr weiß, wann er aufhören muss.

Wer selbst dann noch weiter macht, setzt sich dem Verdacht aus, dass er einen Defekt am Schädel (»Ratsch em Kappes«) hat oder »enne em Köcheschaaf, der die andere dörjeneen wirp«. Es gibt solche Wüteriche, die meinen, »seij könnten e janz Dörp op de Ho-e-nde nemme« (ein ganzes Dorf auf die Hörner nehmen). Oft kommt aber nur »heeße Luff« aus dem »Ballesch« eines »Rießkeddels«

Folkloristischen, wenn nicht pazifistischen Ursprungs ist die Eifeler Kirmesschlägerei. Sie beginnt rituell stets mit den Worten: »Dohn de Brell uss, mir john für de Düer«. Welche Fürsorge? Möbel und Gläser in der Kneipe sollen heil, die Brille des potenziellen Boxpartners unversehrt bleiben.

Geprügelt wird nicht im verrauchten Schankraum, sondern draußen an der frischen Luft. Und dann gehen die Junggesellen völlig diszipliniert nach draußen, einer hinter dem anderen, der letzte schließt die Wirtschaftstür. Erst dann hauen sie sich gegenseitig »en de Fress«, dass es kracht . . .


UNTERNEHMEN DER REGION

Meistgelesen