

Das klingt doch besser als „Datt wohr ene Dress-Musikovend ode e Piss-Theaterstöck“. „Et wohr ens jet angesch“ (wörtlich „Es war mal etwas anderes“) bedeutet, dass das Gesehene und Gehörte zwar ganz und gar nicht den eigenen Vorstellungen entsprach, dass man aber gewillt ist, den Mantel des Wohlwollens und der Sympathie darüber zu decken. Es war „was anderes“ bedeutet, es war nicht gut, sondern enttäuschend. Im Prinzip war es „Dress“, aber es soll aus Gründen des grundsätzlichen Wohlwollens nicht so benannt werden. In der professionellen Kulturkritik nennt man das einen „charmanten Verriss“. Doch der Eifeler kann die Dinge, die er negativ beurteilt, in noch milderem Licht erscheinen lassen. Das Umfeld vermeint dann schon frenetische Zustimmung zu hören: „Ejentlich mööht me sich sujet döckesch anhüere (ahnluere)“. Wörtlich: „Eigentlich müsste man sich so etwas öfter anhören oder ansehen“. Das wirkt auf den „Immi“ wie „Standing Ovations“, aber Vorsicht! Im Klartext heißt das: „Diese Aufführung war ganz und gar nicht mein Fall, aber sie steht in dem Ruf, kulturell bedeutsam und der Bildung förderlich zu sein. Deshalb hätten der Herr Lehrer und der Herr Pastor mir sicher dringend geraten, dass ich mir so etwas öfter ansehen solle. Das werde ich aber ganz bestimmt nicht tun. Nein, danke! Für so etwas habe ich in Zukunft keine Zeit mehr.“































